Nachwuchsforscher der Universität Paderborn untersuchen Ursachen für das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland. Die Wissenschaftler befassen sich mit der Bedeutung von sozialer Verunsicherung und Ungleichheit für die wachsende Unterstützung rechtspopulistischer Einstellungen in der Bevölkerung, wie die Hochschule am 2. September mitteilte. In der neu eingerichteten Forschungsgruppe gehe es um die Frage "Gefährdet die soziale Spaltung die Demokratie?".

Die Wahlerfolge der AfD, die wachsende Bedeutung rechtspopulistischer Parteien in Europa und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hätten zu einer Kontroverse über die Ursachen des Erstarkens des Rechtspopulismus geführt, erklärte die Leiterin des Forschungsprojekts, Bettina Kohlrausch. In der wissenschaftlichen Debatte werde die Zunahme rechtspopulistischer Einstellungen häufig als Reaktion auf wachsende gesellschaftliche Spaltungen gedeutet. Bei dem Projekt wolle man untersuchen, ob soziale und kulturelle Spaltungen tatsächlich zunehmen, welche Ursachen dies habe und wie beide Spaltungslinien miteinander verknüpft seien, sagte die Professorin für Bildungssoziologie.

Die jungen Wissenschaftler sollen den Angaben nach auch erforschen, inwiefern der Zulauf zu rechtspopulistischen Parteien auf eine wachsende Distanz zum demokratischen System zurückzuführen ist. Das Projekt ist den Angaben zufolge auf drei Jahre angelegt, die beteiligten Doktoranden werden von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.