Minden (epd). Der evangelische Kirchenkreis Minden sieht Einsparmöglichkeiten in seinem Gebäudebestand und will sich von einem Großteil der Immobilien trennen. Nach intensiver Beratung stimmten die Mitglieder der Synode am 20. Juni in Minden einer neu erarbeiteten Gebäudestrategie zu, wie der Kirchenkreis mitteilte. Bis zum 31. Dezember 2029 hätten die vier Planungsräume nun Zeit, die Strategie umzusetzen. Werde das Ziel für einzelne Gebäude nicht erreicht, erhalte die betreffende Gemeinde ab 2030 für die Immobilie keine Gebäudepauschale mehr, hieß es.

Hintergrund ist den Angaben zufolge der Rückgang an Mitgliedern und somit an Kirchensteuer-Einnahmen. Im Vergleich zu 1990 sei die evangelische Gemeindemitgliederzahl in der Region um fast 44 Prozent auf nunmehr 46.536 Mitglieder (Stand 1. Mai 2026) gesunken. Dagegen unterhielten die 21 Gemeinden des Kirchenkreises Minden derzeit 27 Kirchen und sechs Kapellen, elf Gemeindezentren und 30 Gemeindehäuser. Der Kirchenkreis rechnet damit, dass mit dem neuen Konzept über 40 Prozent bei den Zuweisungen an Gebäudepauschalen eingespart werden können.

Kirchenkreis Minden-Lübbecke wird vorbereitet

Die Kreissynode fasste zudem einen „Tendenzbeschluss“ zu einer Fusion mit dem Kirchenkreis Lübbecke. Sollte die Synode des Nachbarkirchenkreises zum Zusammenschluss auch „ja“ sagen, folgten verbindliche Beschlüsse auf den Synoden im November, hieß es. Zum 1. Januar 2027 würde dann zunächst eine „pfarramtliche Verbindung“ geschlossen. Die rechtsgültige Vereinigung zum Kirchenkreis Minden-Lübbecke könnte dann zum 1. Januar 2029 erfolgen. Der Mindener Superintendent Michael Mertins würde die Gesamtleitung übernehmen. Der Lübbecker Superintendent Uwe Gryczan war Anfang des Monats in den Ruhestand verabschiedet worden, seine Stelle ist derzeit vakant.

Neues Rahmenschutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Darüber hinaus verabschiedeten die Mindener Kreissynodalen ein Rahmenschutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt, das zusammen mit den Kirchenkreisen Herford, Lübbecke und Vlotho entwickelt worden war. Das Konzept definiert, was sexualisierte Gewalt ist und wo sie bereits beginnt, und bekennt sich zu der Verpflichtung, sexualisierte Gewalt in Kirche und Gesellschaft nicht zuzulassen, wie der Kirchenkreis Minden erklärte. Es gebe dazu Richtlinien für Präventionsarbeit und Schutzkonzepte vor und biete konkrete Handlungsempfehlungen, was im Meldefall zu tun und was bei einem Interventionsverfahren zu beachten sei.