Meinerzhagen (epd). Im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg wird künftig die Stellenplanung für die pastorale Arbeit in den Gemeinden neu geregelt. Die Kreissynode fasste am 13. Juni in Meinerzhagen den Beschluss, die sogenannten Interprofessionellen Pastoralteams (IPT) angesichts eines bevorstehenden Einbruchs bei den Pfarrstellen zu stärken, wie der Kirchenkreis am 16. Juni mitteilte. Dabei geht es um die Zusammenarbeit von Pfarrpersonen mit Gemeindepädagoginnen beziehungsweise Diakonen. Als Team sollen die Handlungsfähigkeit der Gemeinden und Kooperationsräume sicherstellen, wie es hieß.

Die Zahl der Pfarrstellen im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg wird nach einer Prognose bis 2031 bis auf elf sinken, weil einige Pfarrpersonen in den Ruhestand gehen werden. In dem nun gefassten Beschluss werden die Gemeinden deshalb gebeten, bis zum Ende des Jahres gemeinsame Konzepte für den pastoralen Dienst zu entwickeln, wie der Kirchenkreis erläuterte.

„Die Zeit bis 2031 ist begrenzt“

Das Konzept für Interprofessionelle Pastoralteams geht auf einen Beschluss der Landessynode der westfälischen Kirche von 2021 zurück. Damit sollen Pfarrerinnen und Pfarrer entlastet werden. Die Teams setzen sich zusammen aus Pfarrpersonen sowie weiteren Mitarbeitenden, die etwa die Gemeindepädagogik oder das Gemeindemanagement übernehmen.

Martin Pogorzelski, Vorsitzender des kreiskirchlichen Struktur- und Perspektivausschusses, mahnte eine rasche Umsetzung des Konzepts an: „Die Zeit bis 2031 ist begrenzt.“ Bis dahin gelte als Personalschlüssel eine Pfarrstelle für 4.000 Gemeindeglieder. Danach solle nach Beschluss der Landeskirche eine Pfarrstelle auf 5.000 Gemeindeglieder kommen.

Kirchenkreis baut Jugendvertretung auf

Des Weiteren ging es um den Nachwuchs: Kinder und Jugendliche sollen in den Gemeinden und Kooperationsräumen des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg stärker mitreden können. Der Jugendausschuss bereitet deshalb die Gründung einer Kinder- und Jugendvertretung vor, wie es hieß. Das neue Gremium soll im Februar 2027 ins Leben gerufen werden. Zwei Drittel der Mitglieder sollen jünger als 27 Jahre sein, wie es hieß.

Bereits am 1. Juli treten neue Grundsätze zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis in Kraft. „Die alte Fassung stammte noch aus dem Jahr 2002. Sie musste in vielen Bereichen angepasst werden“, sagte Johannes Seidel, Leiter des Kinder- und Jugendreferates des Kirchenkreises. Grundsätzlich solle die Jugendarbeit auf christlichen Grundwerten wie Respekt, Inklusion, Lernkultur sowie Verantwortung für die Schöpfung basieren. Dazu gehöre, die offene Auseinandersetzung mit Glauben und Perspektiven anhand von Gottesdiensten, Freizeiten, Gruppenarbeit oder geistlichen Angeboten zu fördern.

Schutzkonzepte werden verstärkt

Hoher Wert wird in den Grundsätzen auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen gelegt, wie es hieß. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen entsprechend geschult werden. Weitere Punkte sind demnach Bildung durch Schulungen, die verantwortliche Nutzung digitaler Medien sowie gesellschaftliche Verantwortung durch Demokratie- und Klimabildung. Die Arbeit soll laut Kirchenkreis durch Pauschalen, Eigenmittel und Drittmittel, inklusive Landes- und kommunaler Zuschüsse gefördert werden.

Zur Gründung der kreiskirchlichen Kinder- und Jugendvertretung gibt es am 16. Juli ein Vorbereitungstreffen. Wer in dem Gremium mitarbeiten möchte, kann sich bei Johannes Seidel unter 02351/5677809 oder Johannes.Seidel@ekvw.de melden.