Berlin, Dresden (epd). Ein neues Zeitungsprojekt für Ostdeutschland hat am 20. Februar begonnen. Erstmals erschien die „Ostdeutsche Allgemeine“ zum Einzelverkaufspreis von 3,90 Euro. Sie wurde vom Verleger der „Berliner Zeitung“, Holger Friedrich, herausgebracht. Der Hauptsitz ist in Dresden. Die Zeitung soll nach Verlagsangaben eine publizistische Lücke in Ostdeutschland schließen.
Die Erstausgabe erschien mit der Überschrift „Vorsicht, Freiheit“ und einem Megafon auf der Titelseite. Dazu stand geschrieben: „Der Staat traut den Menschen nicht mehr zu, für sich selbst zu entscheiden. Er will sie vor Meinungen, Medien und Parteien schützen. Das schadet der Demokratie“.
Nach Verlagsangaben wurde die „OAZ“ am Ersterscheinungstag in 6.000 Zeitungskiosken in Ostdeutschland herausgebracht. Die Zeitung wird normalerweise nur am Wochenende als Printausgabe erscheinen. Unter der Woche soll es ein E-Paper geben.
Ausgangspunkt „Berliner Zeitung“
Chefredakteur ist Dorian Baganz, 1993 in Duisburg geboren. Davor war er beim „Freitag“. Im „Editorial“ schrieb er, die neue Zeitung erhebe den Anspruch, „ein gesamtdeutsches Leitmedium zu werden“. In der 56-seitigen Erstausgabe 20. bis 26. Februar 2026 finden sich unter anderem ein Interview mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und ein Porträt von AfD-Chef Tino Chrupalla.
Der 1966 in Ost-Berlin geborene Holger Friedrich kaufte im Jahre 2019 gemeinsam mit seiner Frau die „Berliner Zeitung“. An deren publizistischer Linie war seither immer wieder Kritik laut geworden, etwa wegen Gastbeiträgen des früheren SED-Politikers Egon Krenz.

