Bonn/Düsseldorf/Altenkirchen (epd). Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel hat für eine gemeinsame Verwaltung mit den Nachbarkirchenkreisen Bonn sowie An Sieg und Rhein gestimmt. Der Evangelische Verwaltungsverband Rheinland-Mitte soll zum 1. Januar 2027 offiziell entstehen, wie der Kirchenkreis am 20. Juni mitteilte. Zuvor hatten bereits die beiden anderen Kirchenkreise der gemeinsamen Verwaltung zugestimmt.

Der Hauptsitz des Verwaltungsverbandes solle in Siegburg, ein zweiter Standort in Bonn sein, hieß es. Die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk, hatte zuvor erklärt, die Kirche müsse ihre Strukturen anpassen. Dem diene eine „gemeinsame, schlankere Verwaltung“.

Des Weiteren entschied die Kreissynode Bad Godesberg-Voreifel auf ihrer Tagung in Bonn, dass die Stelle der kreiskirchlichen Jugendreferentin von bisher 75 Prozent auf 100 Prozent erhöht wird und auf zwei Jahre befristet ist. „Die Maßnahme soll ab dem 1. August die Beratung und fachliche Begleitung der Gemeinden im Fusionsprozess im Bereich der Jugendarbeit und die notwendige Anpassung des kreiskirchlichen Konzepts der Jugendarbeit gewährleisten“, erklärte der Kirchenkreis.

Düsseldorf-Mettmann: Positives Signal für Zusammenschluss

Im Bereich der rheinischen Kirche stehen weitere Fusionen von Kirchenkreisen an: So stand der geplante Zusammenschluss mit den Kirchenkreisen Niederberg und Solingen im Mittelpunkt der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann. Bei der Tagung am 17. Juni in Lintorf-Angermund habe es zwar keinen formellen Beschluss gegeben, aber ein deutliches positives Signal für den Zusammenschluss, teilte der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann mit. „Diese Zustimmung ist für die Steuerungsgruppe der Fusion ein klarer Auftrag, die Arbeit nun so vorzubereiten, dass wir im kommenden Jahr gemeinsam mit Niederberg und Solingen zu unserer ersten gemeinsamen Synode zusammenkommen können“, erklärte Superintendent Rainer Kaspers. Die nächste Herbstsynode findet am 6. und 7. November statt.

Kirchenkreise Altenkirchen und Wied bringen Fusion weiter voran

Auch die evangelischen Kirchenkreise Altenkirchen und Wied arbeiten zurzeit an ihrer Fusion für den 1. Januar 2028. Der neue Name steht bereits: Kirchenkreis Rhein-Westerwald.

Wie der Kirchenkreis Altenkirchen am 22. Juni mitteilte, haben sich die Synoden der beiden Kirchenkreise auf einer außerordentlichen Tagung in Dierdorf mit dem laufenden Fusionsprozess auseinandergesetzt. Konkret legten sich die Synodalen auf den künftigen Namen „Evangelischer Kirchenkreis Rhein-Westerwald“ fest.

Die Synodalen hätten sich unter anderem mit den aktuellen Ständen von Pfarrstellen, Personal, Regionenplanung, Verwaltung, kreiskirchlichen Diensten, Diakonie, Kindertagesstätten und Finanzen beschäftigt, hieß es. Mit Blick auf die insgesamt 23 evangelischen Kindertagesstätten sei vorgesehen, diese in einen gemeinsamen kreiskirchlichen Eigenbetrieb zu überführen. Dieser solle durch eine solidarische kreiskirchliche Umlage mitfinanziert werden.

Finanzmittel nach Zahl der Gemeindemitglieder verteilen

„Im Bereich der Finanzen sprachen sich beide Synoden mehrheitlich dafür aus, den bisherigen Verteilungsschlüssel nach Steuerkraft abzulösen und die Finanzmittel künftig nach der Zahl der Gemeindeglieder zu verteilen“, erklärte der Kirchenkreis. Darüber hinaus solle die Verteilung der Kirchensteuern sowie der Mittel aus dem übersynodalen Finanzausgleich über eine kreiskirchliche Umlage erfolgen, deren Höhe prozentual festgelegt werde.

In den kommenden Monaten stehen den Angaben zufolge Informationsveranstaltungen und Beteiligungsformate in den Kirchengemeinden an. „Auf den Herbstsynoden sollen die bisherigen Ergebnisse weiter beraten und in weiteren zentralen Fragen des Fusionsprozesses konkrete Beschlüsse gefasst werden“, hieß es.