Brandenburg an der Havel/Oranienburg (epd). Eine neue Internetseite „Geschichte inklusiv“ bietet erstmals Informationen über die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen in einfacher Sprache und mit leichter Navigation. Die barrierefreie Webseite wird am 10. Februar freigeschaltet, kündigte die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde am 2. Februar in Brandenburg an der Havel an.

Die Gedenkstätte reagiere damit auf den hohen gesellschaftlichen Nachholbedarf im Bereich der digitalen Teilhabe, erklärte Gedenkstättenleiterin Sylvia de Pasquale. Das gelte auch für die historische Bildung und das inklusive Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Das 49.000 Euro teure Projekt sei in enger Zusammenarbeit mit den Guides mit Lernschwierigkeiten der Gedenkstätte entstanden.

Laut Gedenkstätte ermöglicht geschichte-inklusiv-sbg.de mithilfe von eigens produzierten Videos, historischen Fotografien und Dokumenten sowie Texten in einfacher Sprache, die man sich auch vorlesen lassen kann, vielfältige Zugänge zu komplexen historischen Sachverhalten und rege zur Reflexion der eigenen Position an. Ausgehend von Brandenburg an der Havel, werde die Geschichte einer Tötungsanstalt beispielhaft erzählt.

In Brandenburg an der Havel betrieben die Nazis eine von insgesamt sechs Tötungsanstalten der Aktion T4, bei der mehr als 70.000 geistig und körperlich behinderte Menschen in Deutschland ermordet wurden. Zwischen Februar und Oktober 1940 ermordete dort das Personal über 9.000 Anstaltspatientinnen und -patienten mit Giftgas. Seit 2012 ist die frühere Tötungsanstalt eine Gedenkstätte.