Düsseldorf (epd). Das Museum Kunstpalast hat am 8. März eine Ausstellung zum 90. Geburtstag des Bildhauers und Malers Heinz Mack eröffnet. Die Schau ist ab diesem Mittwoch mit Zeitfenster-Buchung für das Publikum geöffnet. Unter dem Titel "Heinz Mack" sind bis zum 30. Mai rund 100 Arbeiten zu sehen, darunter vor allem Frühwerke aus den 50er- bis 70er-Jahren. Mack, der 1957 Mitbegründer der Gruppe "Zero" war, übe bis heute einen wichtigen Einfluss auf junge Künstler aus, sagte der Generaldirektor des Kunstpalasts, Felix Krämer. Mack selbst zeigte sich bei der online aus dem Museum übertragenen Veranstaltung ungeachtet seines hohen Alters schaffensfreudig. "Ich erkenne noch kein Ende," sagte er im Hinblick auf seine Malerei.
Die Ausstellung präsentiert Gemälde, Skulpturen, lichtkinetische Installationen, Reliefs, Fotografien, Filmausschnitte sowie Bühnenbild- und Architekturentwürfe. Mack zeigte sich berührt und überrascht von der Wiederbegegnung mit seinen frühen Arbeiten. Viele im Kunstpalast präsentierte Werke seien lange nicht mehr ausgestellt worden. Einige habe er selbst seit 70 Jahren nicht mehr gesehen. "Als ich diese Arbeiten hier sah, bin ich mir quasi selbst begegnet", sagte er.
Licht als künstlerisches Medium
Der 1931 geborene Künstler, der in Mönchengladbach lebt, setzte mit der Gruppe "Zero" gemeinsam mit Otto Piene und Günther Uecker entscheidende Impulse für den Neustart der deutschen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. "Die Jahre nach dem Krieg waren kulturell eine Zeit des Vakuums", sagte er. Er habe damals alles vergessen wollen, was er als Student an der Düsseldorfer Kunstakademie gelernt habe. Mack entwickelte in den 50er-Jahren ein radikal neues ästhetisches Konzept, indem er Licht zu seinem künstlerischen Medium machte.
Die Ausstellung dokumentiert unter anderem mit großflächigen Fotografien Macks Licht-Experimente in der Sahara. 1968 drehte der Künstler in der tunesischen Wüste den viel beachteten Film "Tele-Mack", der dokumentierte, wie er die Kraft und die Energie des Lichts experimentell erforschte. Dazu installierte er in der Wüste Lichtstelen, Sandreliefs, Kuben, Spiegel, Segel und Fahnen. 1976 setzte er seine künstlerischen Experimente in der Landschaft mit einer Doppelexpedition in die algerische Wüste und in die Arktis fort. Die Projekte machten ihn zu einem Vorreiter der Land Art. 1970 vertrat er Deutschland auf der XXXV. Biennale in Venedig.
Inspiration Musik
Thematisiert wird in der Schau auch Macks Verhältnis zur Musik als Inspirationsquelle. Der Künstler übertrug die serielle Reihung von Tönen in der modernen Musik auf die bildende Kunst. Davon zeugen vor allem seine Reliefs mit ihren rhythmischen Strukturen. Nachdem Mack angekündigt hatte, nie mehr zu malen, griff er in den 90er-Jahren doch wieder zum Pinsel. Er habe entdeckt, dass er die Farbe in Schwingung versetzen könne, erklärte er. Die Farbmalerei lasse ihn bis heute nicht los. "Sobald ich eine weiße Leinwand vor mir habe, kommt der Wunsch bei mir auf, diese leere weiße Leinwand zu beleben."

