Ausgabe 17/2016 - 29.04.2016
Erfurt (epd). Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen hat sich gegen aufgeweichte Standards bei der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ausgesprochen. "Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern oder andere Erziehungsberechtigte nach Deutschland flüchten, benötigen besonderen Schutz und müssen durch geschulte Fachkräfte betreut werden", sagte Liga-Chef Reinhard Müller am 26. April in Erfurt. Dafür müssten die Standards der Jugendhilfe zwingend eingehalten werden.
Er trat Forderungen aus den Reihen der Landes-CDU entgegen, Qualitätsstandards bei der Versorgung der Minderjährigen zu senken. CDU-Oppositionsführer Mike Mohring hatte jüngst verlangt, entsprechende Regelungen in das neue Integrationsgesetz aufzunehmen. Das Jugendhilferecht sei für diese Fälle nicht gedacht, argumentiert Mohring.
Müller betonte indes, "gerade diese jungen Geflüchteten sind besonders schutzbedürftig". Deshalb müssten sie weiterhin nach den Standards des Kinder- und Jugendhilferechts betreut werden." Er verwies auf die traumatischen Erfahrungen, die diese Kinder und Jugendlichen bei der Flucht gemacht hätten. Müller verwies auf die positiven Erfahrungen, die bisher in den bestehenden Einrichtungen durch eine intensive sozialpädagogische Betreuung erzielt worden seien.