Ausgabe 17/2016 - 29.04.2016
München/Bayreuth (epd). Als erstes Bundesland startet Bayern eine wissenschaftliche Untersuchung über die Auswirkungen der hohen Flüchtlingszahlen auf das Gesundheitssystem. Wie Ministerin Melanie Huml (CSU) am 24. April mitteilte, sollen für diese Feldstudie 1.600 ausgewählte Flüchtlinge befragt werden. Geklärt werden solle vor allem, welcher zusätzliche Bedarf an medizinischer Versorgung in Bayern besteht. Schwerpunkte seien dabei neben den Bereichen Kliniken und Geburtshilfe die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung, sagte Huml dem Evangelischen Pressedienst (epd). Mit ersten Ergebnissen werde im Jahr 2017 gerechnet. Ziel sei eine Prognose für die Jahre 2017 bis 2022.
Unter anderem will die Studie herausfinden, welches besondere Behandlungsangebot die Folgen von Krieg und Migration erfordern und wie sich die Versorgungslandschaft in Bayern darauf einstellen kann. Berücksichtigt würden bei der Feldstudie das Herkunftsland wie beispielsweise Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea, sowie Geschlecht und Altersstruktur, hieß es aus dem Ministerium. Bleibeperspektive und möglicher Familiennachzug seien weitere Kriterien.
Mit dem Gutachten wurde eine Bietergemeinschaft der Universität Bayreuth und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH beauftragt. Federführend ist dabei Professor Eckhard Nagel, Leiter des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der Uni Bayreuth. Laut Ministerium ist das Projekt ein Teil des Sonderprogramms "Zusammenhalt fördern, Integration stärken" der Bayerischen Staatsregierung.