sozial-Branche

Abrechnungsbetrug

Ersatzkassen in NRW fordern 1,2 Millionen Euro zurück



Die Ersatzkassen in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Euro wegen Abrechnungsbetrugs von Pflegediensten, Ärzten und Apotheken zurückgefordert. In insgesamt 27 Fällen seien Manipulationen festgestellt worden, erklärte der Verband der Ersatzkassen in NRW in Düsseldorf. Der Arbeitsausschuss zur Bekämpfung von Abrechnungsmanipulation der Ersatzkassen legte am 29. März seinen Tätigkeitsbericht für 2015 vor. Demnach lagen die Schadensersatzforderungen der Ersatzkassen im vergangenen Jahr dreimal so hoch wie 2014.

Abrechnungsbetrug liegt vor, wenn zu viel Geld abgerechnet wird oder Leistungen in Rechnung gestellt werden, die nicht erbracht wurden. Von insgesamt 46 im vergangenen Jahr untersuchten und abgeschlossenen Fällen erhärtete sich der Verdacht dem Bericht zufolge in 27 Fällen, in denen auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde. In 19 Fällen bestätigten sich die Vorwürfe nicht. In 34 weiteren Fällen läuft die Überprüfung noch.

Mit 450.000 Euro forderten die Ersatzkassen den höchsten Betrag von einem Apotheker zurück. Er steht den Angaben zufolge unter Verdacht, nicht verbrauchte Fertigprodukte für die künstliche Ernährung zurückgenommen, wiederverkauft und erneut bei den Kassen abgerechnet zu haben. Bei einer Steuerprüfung sei der mutmaßliche Schwindel aufgefallen, hieß es. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern den Angaben nach noch an.

"Die Höhe der Rückforderungen belegt, dass Abrechnungsmanipulation kein Bagatelldelikt ist", betonte der Leiter der NRW-Landesvertretung der Ersatzkassen, Dirk Ruiss. Die Krankenkassen sind den Angaben nach gesetzlich dazu verpflichtet, Abrechnungsmanipulationen nachzugehen. Wenn sie Betrug feststellen, fordern sie Schadensersatz oder schließen einen Vergleich und schalten in schweren Fällen die Staatsanwaltschaft ein.

Zu den Ersatzkassen gehören die gesetzlichen Krankenversicherungen Techniker Krankenkasse, die Barmer GEK, die DAK-Gesundheit, die Kaufmännische Krankenkasse, die Hanseatische Krankenkasse und die Handelskrankenkasse.


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