Essen (epd). Die europäische Wander-Biennale Manifesta 16 hat am 20. Juni in Essen ihre Eröffnung gefeiert. „Künstlerinnen und Künstler von Weltruf liefern uns ihre Ideen für ein zweites Leben unserer Kirchenbauten“, erklärte Kulturministerin Ina Brandes (CDU). Das Kulturfestival macht zwölf Kirchen im Ruhrgebiet zu Veranstaltungsorten für Kultur, Kreativität, Dialog und Begegnung.
Es zeige, „welch großes Potenzial in unseren Kirchen steckt, auch wenn viele von ihnen in Zukunft nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden“, betonte Brandes. Das Programm mit dem Titel „This is not a church“ erforscht den Veranstaltern zufolge, wie Kultur gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, öffentliche Räume nutzbar machen und Nähe zwischen Menschen fördern kann. Es ist bis 4. Oktober in zwölf umgenutzten Kirchengebäuden in Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Duisburg geplant.
Kirchenbänke umbauen und Arbeiterlieder singen
Das Programm umfasst neben Kunst, Lesungen, Führungen, Bildungsformaten und Begegnungsaktionen auch Workshops zum Mitmachen. Eines der zentralen Themen der Biennale sei es, nicht-kommerzielle öffentliche Räume zu schaffen, in denen Menschen zusammenkommen, Zeit verbringen und den Alltag gestalten können, hieß es.
Besucherinnen und Besucher können etwa in der Kirche St. Josef in Gelsenkirchen Basketball spielen, bei „Open Walks“ die Ausstellungsorte und ihre Umgebung kennenlernen, beim Workshop „Go(o)d Kitchen“ in Oberhausen gemeinsam bauen und kochen, beim Projekt „Sing our Songs!“ Arbeiterlieder singen, an Schreibworkshops teilnehmen oder mit dem spanischen Designer Curro Claret aus alten Kirchenbänken Neues bauen.
Ziel der Manifesta sei es auch, eine Antwort auf die sich verändernden sozialen, politischen, ökologischen und kulturellen Bedingungen in Europa zu finden, hieß es. Die Wander-Biennale mit zeitgenössischer Kunst und Kultur ist alle zwei Jahre in einer anderen europäischen Stadt zu Gast. Sie wurde 1996 in Rotterdam ins Leben gerufen.
