Siegburg (epd). Die Diakonie An Sieg und Rhein und der AWO-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg prangern „Rassismus im Gesundheitssystem“ an und kritisieren, dass Menschen mit Migrationshintergrund bei der medizinischen Behandlung benachteiligt würden. Strukturelle Defizite und Vorurteile führten oft dazu, dass viele Betroffene schlechter einen Arzttermin erhielten und falsch behandelt würden, teilten die beiden Wohlfahrtsverbände in Siegburg mit.

„Wer einen migrantisch klingenden Vor- oder Nachnamen hat, erhält schwerer einen Termin bei einem Arzt“, berichtete Maria Neuschaefer-Rube, Leiterin der Integrationsagentur der Diakonie in Siegburg. Das sei auch durch Studien belegt. Ein Problem seien auch fehlende Übersetzungsangebote, Krankenkassen übernähmen Übersetzungskosten nur in Ausnahmefällen. „Diese Sprachbarrieren führen insbesondere bei Zugewanderten der ersten Generation und Geflüchteten zu Problemen in der Kommunikation zwischen Arzt und Patient und beeinträchtigen die Qualität der Versorgung“, erklärte sie.