Bonn (epd). Die Hilfsorganisation Care warnt vor den Folgen der Unterfinanzierung der internationalen Flüchtlingshilfe. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) seien nur acht Prozent der benötigten Mittel zur Unterstützung von Geflüchteten weltweit gedeckt, teilte Care Deutschland anlässlich des Weltflüchtlingstages (20. Juni) in Bonn mit. Gleichzeitig strichen immer mehr Staaten ihre Budgets für humanitäre Hilfe weiter zusammen. So habe Deutschland seit 2022 die Mittel für humanitäre Hilfe um 70 Prozent gekürzt.
„Die Folgen treffen nicht abstrakte Projekte, sondern Menschen in größter Not“, erklärte Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von Care Deutschland. „Wenn die Gesundheitsversorgung in Flüchtlingscamps zusammenbricht, Gesundheitshelferinnen fehlen und Medikamente nicht bezahlt werden können, wird eine Geburt zur Lebensgefahr für die geflohene Mutter und ihr Kind.“
Humanitäre Hilfe sei kein Luxus, sondern rette Leben, unterstrich Zentel. Er appellierte an die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft, die Finanzierung humanitärer Hilfsleistungen aufzustocken.
