The Sisters Brothers
Die Scharfschützen Eli und Charlie Sisters arbeiten in Oregon für einen Geschäftemacher mit weitläufigen Beziehungen. Ihr neuer Job führt sie tausend Meilen weit nach Süden, auf den Spuren eines Goldsuchers und eines Detektivs. Für alle Männer wird die Reise zu einer Selbstbefragung: Was bringt eigentlich das Leben auf Messers Schneide? Die Romanadaption des französischen Autorenfilmers Jacques Audiard besticht durch charaktervolle Schauspieler, eindrucksvolle Bilder und ein westernuntypisches Maß an Nachdenklichkeit.
The Sisters Brothers (Frankreich/Spanien/Rumänien/USA/Belgien 2018). R: Jacques Audiard. B: Jacques Audiard, Thomas Bidegain (nach dem Roman von Patrick deWitt). Da: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed, Rutger Hauer, Carol Kane. 121 Min.
Vom Lokführer, der die Liebe suchte
Der serbische Schauspieler Miki Manojlovic („Underground“) spielt den Lokführer Nurlan, dem einiges vor das Fenster seiner Lok weht – vom Betttuch bis zum Spitzen-BH. Dieses Textil verbindet der Lokführer mit einem intimen Blick in ein Haus, in dem sich eine Frau auszog. Und nach seiner Pensionierung macht er es sich zu seiner Lebensaufgabe, die Besitzerin des BHs zu finden. Der deutsche Regisseur Veit Helmer, der seinen neuesten Film wieder in Aserbeidschan angesiedelt hat (nach „Absurdistan“, 2018), ist bekannt für seine skurrilen und experimentierfreudigen Geschichten. Die vom Lokführer erzählt er ganz ohne Worte und Dialoge – die anrührende und zugleich komische Geschichte eines einsamen Mannes.
Vom Lokführer, der die Liebe suchte (Deutschland 2018). R: Veit Helmer. B: Leonie Geisinger, Veit Helmer. Da: Miki Manoilovic, Denis Lavant, Chulpan Khamatova, Ismael Quladze, Paz Vega. 90 Min.
Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit
Nach dem Dokumentarfilm „RBG“ kommt jetzt die Spielfilmversion über das Leben von Ruth Bader Ginsburg und ihre Karriere im männerdominierten amerikanischen Anwalts- und Richterwesen ins Kino. Heute ist Ruth Bader Ginsburg Richterin am höchsten amerikanischen Gericht, dem Supreme Court; sie hat sich speziell für Frauenrechte eingesetzt. Das Biopic „Die Berufung“ erzählt, wie Ginsburg nach verschiedenen Absagen von Anwaltskanzleien als Professorin nach Harvard berufen wird und in den 70er Jahren für die Gleichstellung der Geschlechter kämpft. Mimi Leder („Deep Impact“) inszenierte die Lebensgeschichte von „RBG“ ohne allzuviel Pathos.
Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit (USA 2018). R: Mimi Leder. B: Daniel Stiepleman. Da: Felicity Jones, Armie Hammer, Justin Theroux, Kathy Bates, Sam Waterston. 120 Min.
Beale Street
Der neue Film von Barry Jenkins („Moonlight“) erzählt eine berührende Liebesgeschichte aus dem Amerika der 1970er Jahre mit ihrem alltäglichen Rassismus. Die 19-jährige Tish und ihr Verlobter Fonny sind ein ärmeres Paar in Harlem. Fonny wird fälschlicherweise der Vergewaltigung an einer Puertorikanerin bezichtigt und kommt unschuldig ins Gefängnis. Und Tish bemüht sich, seine Unschuld zu beweisen. Aus ihrer Sicht schildert der Film die Ereignisse in einer Mischung aus Romantik und Zorn. Barry Jenkins hat den Roman von James Baldwin in ein Meisterwerk atmosphärischen Erzählens übertragen.
Beale Street (USA 2018). R u. B: Barry Jenkins (nach dem Roman von James Baldwin). Da: KiKI Layne, Stephan James, Regina King, Teyonah Parris, Colman Domingo, Dave Franco. 119 Min.
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