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Loheide warnt vor einfachen Kosten-Nutzen-Analysen sozialer Arbeit




Maria Loheide
epd-bild/Thomas Meyer/Ostkreuz

Die Diakonie Deutschland warnt davor, die Wirkung sozialer Arbeit ähnlich wie in der verarbeitenden Industrie mit Kategorien wie Kosten und Nutzen zu messen. "Wir arbeiten mit Menschen - Menschen kann man nicht steuern wie eine Produktionslinie", sagte Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand der Diakonie Deutschland, am 2. August beim Jahresempfang des Bremer Vereins für Innere Mission. Eine Analyse sei gleichwohl wichtig: "Die Aufgabe von Wirkungsorientierung ist, zu erkennen, wann die Menschen den größten Nutzen von unserer Arbeit haben."

Im sozialen Bereich sei die Wirkung der Arbeit grundsätzlich schwerer zu messen als in anderen Feldern, sagte Loheide laut Redemanuskript. Ginge es nur um Geld und Mengen, würde das der Motivation der Mitarbeitenden nicht gerecht werden. "Wir beurteilen unseren Erfolg bei unserem Einsatz für Menschen schließlich auch auf einer ganz anderen Ebene, die mit Zahlen und Geld nichts zu tun hat." Zudem würde ein solcher Ansatz daran hindern, innovative Wege einzuschlagen.

Der Diakonie sei außerdem wichtig, dass kein Mensch vergessen werde, "auch wenn es sich vielleicht aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht 'lohnt'". Wer mit Menschen und ihren Lebensverläufen arbeite, könne nicht nur auf Fallzahlen schauen. "Wir können Wirkung analysieren, nicht aber messen. Wir müssen uns auf die Leistung der Organisation konzentrieren", ergänzte Loheide. Dabei gehe es auch "um positive Belege dafür, dass sich die Welt zum Besseren verändern lässt".

Der diakonische Verein für Innere Mission in Bremen engagiert sich eigenen Angaben zufolge mit rund 540 Mitarbeitenden als kirchlich-diakonisches Unternehmen in mehreren Arbeitsfeldern. Dazu gehören soziale Beratung, Altenhilfe, Flucht und Migration, psychosoziale Hilfen sowie Wohnungslosenhilfe.


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