Ausgabe 17/2016 - 29.04.2016
Berlin (epd). Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind derzeit insgesamt 137.000 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Das seien 70 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, sagte BA-Vorstand Detlef Scheele am 27. April im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Bis zum Jahresende rechnet die Behörde nach seinen Angaben damit, dass bis zu 270.000 Flüchtlinge Arbeitslosengeld II beziehen.
Laut Scheele gibt es keine Konkurrenzsituation zwischen einheimischen Arbeitssuchenden und Flüchtlingen. Diese existiere allenfalls in einem kleinen Segment wie zum Beispiel dem Gastronomiegewerbe. Die BA erachte es als sinnvoll, den Spracherwerb von Flüchtlingen mit einer Berufstätigkeit zu verknüpfen, denn man wolle verhindern, dass die berufliche Perspektive der Flüchtlinge auf Helfertätigkeiten beschränkt bleibe.
Scheele betonte, dass die vollständige Integration eines anerkannten Asylbewerbers in den Arbeitsmarkt lange dauere. Für den Integrationskurs sowie zusätzlichen Sprachkurs mit anschließender Berufsausbildung müsse man mehr als fünf Jahre veranschlagen, sagte er.
Als problematisch bezeichnete Scheele er das nach wie vor mangelhafte Angebot an Sprachkursen und die Frage der Anerkennung beziehungsweise Bewertung von Berufsqualifikationen, für die es keine schriftlichen Nachweise gibt. Das in Deutschland vorhandene Berufsanerkennungsverfahren helfe hier nicht wirklich weiter. Deshalb arbeite die BA gerade mit Hochdruck am Aufbau eines Kompetenzerfassungssystems.