sozial-Politik

Bundesagentur

137.000 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet



Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind derzeit insgesamt 137.000 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Das seien 70 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, sagte BA-Vorstand Detlef Scheele am 27. April im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Bis zum Jahresende rechnet die Behörde nach seinen Angaben damit, dass bis zu 270.000 Flüchtlinge Arbeitslosengeld II beziehen.

Laut Scheele gibt es keine Konkurrenzsituation zwischen einheimischen Arbeitssuchenden und Flüchtlingen. Diese existiere allenfalls in einem kleinen Segment wie zum Beispiel dem Gastronomiegewerbe. Die BA erachte es als sinnvoll, den Spracherwerb von Flüchtlingen mit einer Berufstätigkeit zu verknüpfen, denn man wolle verhindern, dass die berufliche Perspektive der Flüchtlinge auf Helfertätigkeiten beschränkt bleibe.

Scheele betonte, dass die vollständige Integration eines anerkannten Asylbewerbers in den Arbeitsmarkt lange dauere. Für den Integrationskurs sowie zusätzlichen Sprachkurs mit anschließender Berufsausbildung müsse man mehr als fünf Jahre veranschlagen, sagte er.

Als problematisch bezeichnete Scheele er das nach wie vor mangelhafte Angebot an Sprachkursen und die Frage der Anerkennung beziehungsweise Bewertung von Berufsqualifikationen, für die es keine schriftlichen Nachweise gibt. Das in Deutschland vorhandene Berufsanerkennungsverfahren helfe hier nicht wirklich weiter. Deshalb arbeite die BA gerade mit Hochdruck am Aufbau eines Kompetenzerfassungssystems.


« Zurück zur vorherigen Seite


Weitere Themen

51.000 Widersprüche gegen Jobcenter erledigt

Im Jahr 2015 gab es im Bereich des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) insgesamt 51.100 erledigte Widersprüche gegen von Jobcentern verhängte Sanktionen. Das teilte die Bundesregierung laut Bundestag am 26. April in Berlin mit. Von den Widersprüchen wurden 18.600 ganz oder teilweise stattgegeben.

» Hier weiterlesen

Streit um Umsatzsteuer für Werkstätten ausgeräumt

Werkstätten für behinderte Menschen müssen auch in Niedersachsen künftig für ihre Dienstleistungen oder Handelswaren grundsätzlich nur einen ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent zahlen. "Damit hat das Bundesfinanzministerium eine Initiative und Forderung aus Niedersachsen aufgegriffen und umgesetzt", sagte der niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) am 27. April. Mit einer Neufassung der Verwaltungsanweisung sei jetzt ein Streitpunkt beseitigt worden.

» Hier weiterlesen

Zentrales Transplantationsregister soll kommen

Die Bundesregierung hat vor, ein bundesweites Transplantationsregister zu schaffen. Damit solle die Organspendenpraxis transparenter werden, teilte der Bundestag am 25. April in Berlin. Der entsprechende Gesetzentwurf der Bundesregierung liegt jetzt dem Parlament zur Beratung vor. Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll in diesem Jahr in Kraft treten.

» Hier weiterlesen