sozial-Politik

Kriminalität

Sachsen und Bayern wollen schärferes Sexualstrafrecht



Sachsen und Bayern wollen sich im Bundesrat für die Verschärfung des Sexualstrafrechts einsetzen. Sexuelle Belästigung müsse ihrer Ansicht nach ein eigener Straftatbestand sein, erklärten Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) und sein bayerischer Amtskollege Winfried Bausback (CSU) am 25. April in Dresden. Unerwünschte Berührungen, also zum Beispiel der Griff an Busen oder Hintern, sollten künftig mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden können.

Hintergrund ist eine aktuelle Reform des Sexualstrafrechts, bei der es um einen verbesserten Schutz der sexuellen Selbstbestimmung geht. Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der in dieser Woche im Rechtsausschuss des Bundesrates beraten wird, reicht den beiden Justizministern aus Sachsen und Bayern aber nicht weit genug.

Gemkow und Bausback kritisieren, dass das "Grapschen" meist straffrei bleibt oder "bestenfalls" als Beleidigung geahndet werden kann, wie der sächsische Justizminister sagte. "Für die Betroffenen ist es schlicht nicht nachvollziehbar, wenn die Justiz diese Fälle als 'unerheblich' abtut", fügte Gemkow hinzu. Für ihn und seinen Amtskollegen sei klar, dass "der schnelle Griff in den Intimbereich" selbstverständlich keine bloße Unanständigkeit sei, sondern strafrechtlich verfolgt werden müsse.


« Zurück zur vorherigen Seite

Weitere Themen

51.000 Widersprüche gegen Jobcenter erledigt

Im Jahr 2015 gab es im Bereich des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) insgesamt 51.100 erledigte Widersprüche gegen von Jobcentern verhängte Sanktionen. Das teilte die Bundesregierung laut Bundestag am 26. April in Berlin mit. Von den Widersprüchen wurden 18.600 ganz oder teilweise stattgegeben.

» Hier weiterlesen

Bundesteilhabegesetz auf den Weg gebracht

Das Bundesteilhabegesetz, das Menschen mit Behinderten ein eigenständigeres Leben ermöglichen soll, ist nach langem Ringen auf dem Weg in die Gesetzgebung. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sprach am 28. April in Berlin von einer der "größten sozialpolitischen Reformen in dieser Legislaturperiode". Viele Millionen Menschen würden davon profitieren. Das Gesetz befindet sich inzwischen in der Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung.

» Hier weiterlesen

Schweiz testet Legalisierung von Cannabis

Die Städte Genf, Basel und Zürich wollen mit Cannabisvereinen Pilotprojekte starten, bei denen Konsumenten die Hanfpflanze selbst anbauen. Auch in Deutschland gibt es Zustimmung für die Versuche.

» Hier weiterlesen