Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat dem Zentralrat der Juden Glückwünsche zum jüdischen Neujahrsfest (Rosch Haschana) übermittelt. In seinem am 8. September veröffentlichten Schreiben an den Zentralratspräsidenten Josef Schuster dankte Bedford-Strohm für das gute Verhältnis zum Judentum in Deutschland, das der Gesellschaft wichtige Impulse gebe.

Zugleich äußerte sich Bedford-Strohm besorgt über die gesellschaftliche Entwicklung: "Aktuell nehmen wir mit großer Sorge die Debatten zur Zunahme von Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft wahr", betonte er und bekräftigte die Haltung der Kirche: "Christlicher Glaube und Judenfeindschaft schließen einander aus. Antisemitismus ist Gotteslästerung."

Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist, versicherte: "Die Evangelische Kirche steht solidarisch an der Seite der Juden in Deutschland in der zuversichtlichen Hoffnung, diesen Weg auch im neuen Jahr mit Ihnen weitergehen zu können."

Jahr 5779

Das jüdische Fest begann am Abend des 8. September und wurde am 9. September gefeiert. Es eröffnet nach jüdischer Zeitrechnung das Jahr 5779. Rosch Haschana findet immer 162 Tage nach dem ersten Tag des Passahfestes statt.

An Rosch Haschana, übersetzt das "Haupt des Jahres", feiern die Juden den Anfang der Schöpfung. Das Neujahrsfest erinnert an den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel. Es ist wie in der christlichen Tradition auch eine Zeit des Bilanzziehens und der Gebete für eine gute Zukunft.

Viele leitende Geistliche der evangelischen und katholischen Kirche haben den jüdischen Mitbürgern Glückwünsche geschickt. Darunter war auch Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.