Eichstätt (epd). Das Bistum Eichstätt hat nach 13 Monaten wieder einen Bischof: Der bisherige Freiburger Weihbischof Christian Würtz (55) ist von Papst Leo XIV. zum Nachfolger von Gregor Maria Hanke ernannt worden. Dompropst Alfred Rottler gab die Ernennung am 8. Juli im Dom zu Eichstätt bekannt. Sie wurde zeitgleich in Rom, Freiburg und Eichstätt verkündet. Würtz ist der 83. Bischof von Eichstätt. Der Zeitpunkt der Einführung stehe noch nicht fest, hieß es. Hanke war am Pfingstsonntag 2025 mit Erlaubnis des Vatikans in den vorzeitigen Ruhestand getreten.
Er freue sich auf die neue Aufgabe und danke Papst Leo für das in ihn gesetzte Vertrauen, sagte Würtz im Eichstätter Dom. Würtz war zuletzt im Erzbistum Freiburg unter anderem für die Priesterausbildung sowie als Bischofsvikar für Hochschulen verantwortlich.
Der Eichstätter Diözesanadministrator Rottler begrüßte die Ernennung: „Mit Weihbischof Christian Würtz erhält unser Bistum einen erfahrenen Seelsorger und Theologen, der sowohl in der Pastoral als auch in Leitungsaufgaben der Kirche umfassende Erfahrung mitbringt.“ Rottler hatte während der Vakanz das Bistum Eichstätt geleitet.
Marx und Gössl freuen sich auf die Zusammenarbeit
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, gratulierte Würtz, der nun der jüngste Diözesanbischof in Deutschland sein werde: „Ich bin der festen Überzeugung, dass Deine wissenschaftliche Ausbildung, Deine langjährige Tätigkeit als Pfarrer und Dein Wirken bei kirchenrechtlichen Fragen im Erzbistum Freiburg sowie als Regens des Priesterseminars gute Voraussetzungen für die Aufgaben sind, die Du übernehmen wirst“, schrieb Wilmer.
Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz, gratulierte Würtz und hieß ihn herzlich willkommen in Bayern. „Stadt und Bistum Eichstätt liegen so zentral im Freistaat, dass man tatsächlich sagen kann, dass Sie mit der neuen Aufgabe in das Herz von Bayern kommen“, sagte Marx. Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl sagte, er blicke der Zusammenarbeit mit Würtz in der Kirchenprovinz Bamberg mit Freude entgegen. Das Bistum Eichstätt gehört gemeinsam mit den Bistümern Würzburg und Speyer als Suffraganbistum zur Kirchenprovinz Bamberg.
Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ forderte Würtz auf, die „Chance für einen echten Neuanfang“ in Eichstätt zu nutzen. Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern solle er „Entscheidungen in Zukunft besser zusammen mit den Betroffenen in synodaler Weise“ vorbereiten, Konflikte mit Mitarbeitenden „möglichst ohne Arbeitsgerichte“ lösen und Initiativen der Gläubigen unterstützen.
Würtz ist studierter Jurist und Theologe
Christian Würtz wurde 1971 in Karlsruhe geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften studierte er Theologie in Freiburg und Würzburg und promovierte in Kirchenrecht sowie in Theologie. 2006 wurde er zum Priester geweiht. 2018 wurde er Stadtdekan von Freiburg, Dompfarrer am Münster und Domkapitular. 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Titularbischof von Germania in Dacia und zum Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg.
Sein Vorgänger Gregor Maria Hanke war von 2006 bis 2025 Bischof von Eichstätt. Am 8. Juni 2025 war er mit 70 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand getreten. In Hankes Amtszeit fiel unter anderem ein Finanzskandal sowie Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfe gegen seine Vorgänger im Amt, Alois Brems und Walter Mixa. Hanke begrüßte die Ernennung seines Nachfolgers. Dieser sei „ein geistlich erfahrener, theologisch versierter und leitungskompetenter Hirte“, sagte er laut Mitteilung.
