Weimar (epd). Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar geht 2026 an die peruanische Umwelt- und Menschenrechtsverteidigerin Olivia Bisa Tirko. Wie die Stadtverwaltung am 30. Juni bekanntgab, folgte der Stadtrat mit dieser Entscheidung dem Vorschlag des Vergabebeirats. Gewürdigt wird laut Jury der Einsatz der 37-Jährigen für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes und für die Rechte der indigenen Chapra-Gemeinschaft. Die 32. Verleihung des Menschenrechtspreises findet am 10. Dezember in Weimar statt.
Olivia Bisa Tirko ist seit 2022 Präsidentin der autonomen Territorialregierung der Chapra im peruanischen Amazonasgebiet und die erste Frau in diesem Amt. Die Chapra schützen ein rund 200.000 Hektar großes Regenwaldgebiet, das als Lebensgrundlage der indigenen Gemeinschaft gilt.
Morddrohungen und bewaffnete Überfälle
Laut Begründung des Stadtrats setzt sich Bisa Tirko trotz massiver Bedrohungen wie Morddrohungen und bewaffneter Übergriffe konsequent gegen Umweltzerstörung und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen ein. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie nach einem Ölunfall des staatlichen Unternehmens PetroPerú im September 2022. Sie dokumentierte die Verschmutzung von Flüssen, Lagunen und Fischbeständen und machte die Folgen öffentlich.
Der Vorschlag für die Auszeichnung kommt von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Insgesamt lagen dem Vergabebeirat in diesem Jahr zehn Nominierungen aus neun Ländern vor. Der Weimarer Menschenrechtspreis ist mit 5.000 Euro und dem Versprechen der Stadt dotiert, sich dauerhaft für die persönliche Unversehrtheit der Preisträger einzusetzen.
