The Death of Robin Hood

Ein gealterter Robin Hood (Hugh Jackman), stets auf der Hut vor Feinden, die alte Blutschulden einfordern, bringt sein Exil in einer kargen Berglandschaft zu. Entgegen der Folklore war er kein Gesetzloser, der im Namen der Gerechtigkeit raubte, sondern ein blutdürstiger Mörder. Diese Vergangenheit holt ihn in Gestalt von Little John (Bill Skarsgård) wieder ein, der ihn um Hilfe bittet. Bei dem Versuch, dessen Hof zurückzuerobern, bricht ein Gemetzel los. Der erste Teil des Films erzählt diesen mittelalterlichen Überlebenskampf als Naturgeschichte voller Niedertracht. Der dabei schwer verletzte Robin erwacht später in einer helleren Welt, in die ihn Little John gerettet hat. Auf einer magischen Insel pflegt ihn die Oberin eines Klosters (Jodie Comer) hingebungsvoll und repariert Körper und Seele. Robin knüpft friedliche Beziehungen und übernimmt die Fürsorge für Little Johns traumatisierte Tochter, bis sein alter Erzfeind auftaucht und ihn seine Altlasten erneut einholen.

The Death of Robin Hood (USA 2026). Regie und Buch: Michael Sarnoski. Mit: Hugh Jackman, Jodie Comer, Bill Skarsgård, Murray Bartlett, Noah Jupe. Länge: 123 Min.

Guru

Jede professionelle Selbstoptimierungsmasche hat ihre Slogans. Der von Coach Matt in „Guru“ lautet: „Die Welt ist eure Welt“. Matt wird wie ein Popstar gefeiert, sein Geschäftsmodell mit Hightechausstattung, Selbstvermarktungsartikeln und obligatorischen Verschwiegenheitserklärungen der Kunden finanziert ihm ein luxuriöses Zuhause, inklusive Chauffeur und Range Rover. Nicht schlecht für einen Schulabbrecher. Aber irgendwann wird Matt zum Getriebenen, der in Konflikt mit seinem Bruder und seiner Partnerin gerät, von einem Stalker und dem Staat verfolgt wird. Mit bohrendem Blick und investigativem Interesse untersucht der Film die Welt hinter der Hochglanzfassade der Selbsthilfeindustrie. Yann Gozlan wagt einen ehrgeizigen Genremix, vereint Aufklärung, Beziehungsdrama, Psychothriller und Krimi und verlässt sich maßgeblich auf seinen Hauptdarsteller Pierre Niney, der das Psychogramm eines wendigen, aber zerrissenen Aufsteigers zeichnet, der süchtig danach ist, Gott zu spielen.

Guru (Frankreich/Belgien 2025). Regie: Yann Gozlan. Buch: Jean-Baptiste Delafon, Yann Gozlan. Mit: Pierre Niney, Marion Barbeau, Anthony Bajon, Christophe Montenéz, Holt McCallany. Länge: 126 Min.

Sechswochenamt

Es beginnt mit einem letzten Atemzug. Die 25-jährige Lore hat das Sterben ihrer Mutter an Krebs im Hospiz begleitet, jetzt haben sie es beide überstanden. Aber vor der Tochter liegt nun die Abwicklung eines Lebens gemäß den bürokratischen Vorgaben eines Landes, in dem immer alles mit Recht und Ordnung zugehen soll. Hinzu kommt der Beginn der Covid-Pandemie, was die Erfüllung letzter Wünsche zusätzlich erschwert. Das komplett unabhängig produzierte Spielfilmdebüt von Jacqueline Jansen erfasst mit beeindruckender Genauigkeit die Gefühlslagen eines Trauerprozesses, auch vor dem Hintergrund eines pandemiebedingt im Hochgeschwindigkeitsverfall begriffenen Gemeinwesens. Tapfer navigiert Magdalena Laubisch als zunehmend erschöpfte Lore durch das auch von familiären Konfliktlinien durchzogene Terrain. Am Ende kann die mühevoll in Eigenregie organisierte Abschiedsfeier stattfinden - im Sinne der katholischen Tradition, der der Film seinen Titel verdankt - und Lore darf sich endlich ausruhen.

Sechswochenamt (Deutschland 2025). Regie und Buch: Jacqueline Jansen. Mit: Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, Olga Prokot, Suzanne Ziellenbach, Marc Fischer, Markus Forg-Thelen, Patrick Joswig, Julia Schmitt, Wolfgang Klein, Ulrike Marx, Bettina Kaminski, Nicole Marischka, Petra Welteroth, Petra Zembka. Länge: 98 Min.

Lol 2.0.

Fast vier Millionen Zuschauer allein in Frankreich, eine César-Nominierung und ein US-Remake mit Miley Cyrus und Demi Moore - vor 17 Jahren entpuppte sich die Komödie „LOL“ von Lisa Azuelos als Überraschungserfolg. Die damals 16-jährige Protagonistin Lola ist nun erwachsen und taucht in „LOL 2.0“ gar nicht mehr auf. Mutter Anne (Sophie Marceau) ist dabei, es sich in ihrem neuen Alltag ohne Kinder im Haus gemütlich zu machen. Doch während sie selbst sowohl beruflich als auch in der Liebe neue Optionen auslotet, steht die jüngste Tochter Louise (Thaïs Alessandrin) vor der Tür und zieht mit 23 Jahren nach einer Trennung samt Jobverlust plötzlich wieder zu Hause ein. Das Sequel wirkt wie eine organische Fortführung des Originals, die dem Geist und den Figuren von damals treu bleibt. Eine leichtfüßige Komödie, die von Neuanfängen und vom Älterwerden erzählt und von Sophie Marceau, die bis heute nichts von der Natürlichkeit und Ausstrahlung eingebüßt hat, charmant getragen wird.

Lol 2.0. (Frankreich 2026). Regie: Lisa Azuelos. Buch: Lisa Azuelos, Frédéric Da, Thaïs Alessandrin. Mit: Sophie Marceau, Thaïs Alessandrin, Vincent Elbaz, Francoise Fabian, Victor Belmondo und Sylvie Testud. Länge: 100 Min.

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