Nürnberg/Göttingen (epd). Die Berliner Schriftstellerin Annett Gröschner erhält den diesjährigen Evangelischen Buchpreis für ihren Roman „Schwebende Lasten“. Die Autorin beschreibe darin fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte entlang des Lebens der Magdeburger Arbeiterin Hanna, erklärte das Evangelische Literaturportal (Eliport) am 6. Mai.
Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 20. Mai in Nürnberg statt. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den Autor, Satiriker und Verleger Volker Surmann.
Für die Jury liegt die politische Kraft von Gröschners Roman „Schwebende Lasten“ darin, dass die Hauptfigur ihre Entscheidungen nicht aus ideologischen Gründen trifft, sondern sich „von Menschlichkeit und Anstand“ leiten lasse. Die Schriftstellerin zeige, „dass Geschichte nicht nur von Parolen, Systemen und Machtverhältnissen geprägt wird, sondern von vielen unsichtbaren Entscheidungen gewöhnlicher Menschen“. Hanna stehe für unzählige andere Frauen, die sonst keine Stimme erhalten.
Durchbruch mit „Moskauer Eis“ und „Walpurgistag“
Gröschner wurde 1964 in Magdeburg geboren und lebt seit 1983 in Berlin. „Schwebende Lasten“ erschien im vergangenen Jahr im Verlag C.H.Beck. Bekannt wurde die Autorin mit den Romanen „Moskauer Eis“ (2000) und „Walpurgistag“ (2011). 2025 veröffentlichte sie gemeinsam mit zwei weiteren Autorinnen das Buch „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“.
