Potsdam (epd). Die Bestände tropischer Vögel haben sich seit 1980 infolge des Klimawandels um rund ein Drittel verringert. Einzelne Arten hätten sogar mehr als die Hälfte ihrer Population eingebüßt, heißt in einer am 11. August veröffentlichten internationalen Studie, an der das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mitgewirkt hat. Grund dafür seien immer intensivere Hitzeextreme.

Der Studie zufolge sind tropische Vögel inzwischen an 30 Tagen extremer Hitze ausgesetzt, zehnmal mehr als noch vor 40 Jahren. „Der Rückgang ist erschütternd“, erklärte Hauptautor Maximilian Kotz. Vögel reagierten besonders empfindlich auf Dehydrierung und Hitzestress. Dies führe zu erhöhter Sterblichkeit, geringerer Fruchtbarkeit, verändertem Brutverhalten und einer schlechteren Überlebenschance der Jungvögel.

Große Verluste in unberührten Gebieten

Die Untersuchung verknüpft den Angaben zufolge Beobachtungsdaten mit Klimamodellen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Vogelpopulationen weltweit nachzuzeichnen. Bislang war es demnach schwierig, die Auswirkungen der Erderwärmung auf die biologische Vielfalt von den Verlusten zu unterscheiden, die auf direktere menschliche Einflüsse wie die Abholzung zurückzuführen sind.

Die Daten könnten laut den Autorinnen und Autoren die jüngsten Beobachtungen in unberührten Regenwäldern im Amazonas und in Panama erklären, wo ohne offensichtlichen Grund große Verluste bei Vogelarten dokumentiert wurden. An der Studie waren neben dem PIK die australische University of Queensland und das Barcelona Supercomputing Center beteiligt.