Frankfurt a.M. (epd). Vermutlich ist die Planung des TV-Programms für Weihnachten gar nicht so einfach, schließlich müssen die Sender eine Balance aus Klassikern und Premieren finden. Zur gewohnten Routine an Heiligabend gehört das um einen Jungen ergänzte Trio Elisabeth, Carmen und Helene: Das Erste zeigt um 20.15 Uhr „Sissi“, im ZDF lädt Carmen Nebel diverse Zeitgenossen auf eine Alm in Tirol, und Sat.1 bringt den heiteren Familienklassiker „Kevin - Allein zu Haus“. Einzig Helene Fischer tanzt aus der Reihe: Sie ist diesmal bei RTL zu sehen, und das nicht mal im Rahmen einer Show, sondern erst am zweiten Weihnachtstag als Gast der Reihe „100 Prozent“ (19.05 Uhr). Die Sendung dokumentiert die Karriere des Schlagerstars.

Den Höhepunkt hat sich RTL jedoch für die Zeit nach den Feiertagen aufgespart: Ab dem 28. Dezember zeigt der Sender an drei Abenden hintereinander die aufwendige Serie „Sisi“, die nicht nur wegen des fehlenden „S“ einen Kontrast zu den Klassikern aus den 50er Jahren bildet. Die sechs Folgen entzaubern den Mythos der Kaiserin von Österreich zwar nicht, setzen sich aber deutlich vom Heimatkitsch der „Sissi“-Trilogie ab. Die Schweizerin Dominique Devenport verkörpert die Kaiserin als sympathischen Wildfang. Das Drehbuchteam hat sich allerlei künstlerische Freiheiten erlaubt, welche die Geschichte um Erotik und Abenteuer ergänzen.

Ebenfalls unverzichtbarer Teil des Weihnachtsprogramms im Ersten sind die unverwüstliche „Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann (24. Dezember, 21.55 Uhr) sowie der Märchenklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (24. Dezember, 12.10 Uhr; 25. Dezember, 9.55 Uhr).

„Dalli Dalli“ als Weihnachtsshow

TV-Premieren von TV- und Kinofilmen gibt es erst am ersten Feiertag, wenn die ARD um 20.15 Uhr einen leicht skurrilen Weihnachtskrimi aus der Reihe „Nord bei Nordwest“ mit Hinnerk Schönemann zeigt („Ho Ho Ho“). Das ZDF hat sich entschlossen, die Kino-Premiere des Tages, „Die Känguru-Chroniken“, bereits um 17.30 Uhr auszustrahlen; in der Verfilmung des amüsanten Buchs von Marc-Uwe Kling kommt der Humor allerdings mit dem Vorschlaghammer daher. Abends erfreut das Zweite mit einer zweieinhalbstündigen Neuauflage des Klassikers „Dalli Dalli“, diesmal als Weihnachtsshow. RTL kontert mit der munteren Zeichentrickversion des Kinderbuchklassikers „Der Grinch“.

Eine echte Qual der Wahl stellt sich am zweiten Feiertag. Im Ersten sucht Charlotte Lindholm in einem am Rand der Persiflage inszenierten „Tatort“ unter diversen Udo-Lindenberg-Doppelgängern einen Mörder. Im ZDF fährt das „Traumschiff“ nach Schweden. RTL zeigt derweil die Fortsetzung des Haustierzeichentrickfilms „Pets“, Sat.1 kontert mit der Disney-Verfilmung des E.T.A.-Hoffmann-Märchens „Der Nussknacker und die vier Reiche“, und bei ProSieben gibt es eine weihnachtliche Sonderausgabe von „The Masked Singer“.

Für Kinder ist das Premierenangebot an Weihnachten etwas dünner als in den vergangenen Jahren. Die ARD präsentiert nur einen einzigen neuen Märchenfilm, und der ist im Vergleich zu den teilweise herausragenden Beiträgen der Reihe „Sechs auf einen Streich“ allenfalls Durchschnitt: „Der Geist im Glas“ (25. Dezember, 14.15 Uhr), sehr frei nach einer Vorlage der Brüder Grimm, erzählt im Rahmen einer Heldinnenreise, wie eine angehende junge Ärztin gemeinsam mit einem in der Kräuterkunde bewanderten Verehrer einen Kleingeist bannt.

Deutlich sehenswerter ist „Zwerg Nase“ (ZDF, 24. Dezember, 16.25 Uhr). Die Verfilmung des Wilhelm-Hauff-Klassikers wirkt zwar streckenweise wie eine Kochsendung in Spielfilmlänge, ist optisch jedoch opulent. Das Märchen erzählt die Geschichte eines Jungen, der eine Hexe beleidigt und zur Strafe in einen Zwerg mit riesiger Nase verwandelt wird. Zuvor zeigt das ZDF um 12.20 Uhr „Löwenzahn - Das Weihnachtsabenteuer“: Fritz Fuchs will mit seiner Cousine Weihnachten in den Bergen feiern und erlebt dabei allerhand Abenteuer.