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Pflege

Verband: Generalistische Ausbildung nicht zurückdrehen



Berlin (epd). Die Lenkungsgruppe Junge Pflege im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) wirbt für eine weitere Ausbildungsreform in der Pflege. Sie veröffentlichte dazu am 2. Juni ein Positionspapier zur Evaluation der generalistischen Pflegeausbildung. Darin heißt es, die Generalistik, also die gemeinsame Ausbildung aller Pflegenden, sei ist der richtige Weg, „aber sie muss praxistauglich weiterentwickelt werden“.

„Wir erleben in der Praxis tagtäglich die Chancen der neuen Ausbildung“, sagte Björn Klink, Co-Sprecher der Lenkungsgruppe: „Aber wir sehen auch, wo es noch hakt und was sich dringend ändern muss, damit die Generalistik ihr volles Potenzial entfalten kann.“

Reform trat vor fünf Jahren in Kraft

Die generalistische Pflegeausbildung wurde mit dem Pflegeberufegesetz am 1. Januar 2020 bundesweit eingeführt. Sie vereinte die bisherigen Berufe der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einem einzigen Berufsbild mit der Berufsbezeichnung „Pflegefachmann/Pflegefachfrau“.

Das nun vorgelegte Papier basiert den Angaben nach auf den Erfahrungen junger Pflegender aus unterschiedlichen Settings und Ausbildungsjahrgängen. Es benennt zentrale Herausforderungen wie fehlende Praxisanleitung, unzureichende Informationen in den Einrichtungen und ungleiche Bedingungen insbesondere in der Langzeitpflege und Pädiatrie.

„Strukturelle Veränderungen brauchen Zeit“

Zugleich macht es konkrete Vorschläge, etwa zur verbindlichen Verankerung von Skills Labs (Lernräume, in dem angehende und erfahrene Pflegekräfte in einer sicheren und kontrollierten Umgebung praktische Fähigkeiten trainieren und Fehler machen können, ohne Patienten zu gefährden). Gefordert wird zudem eine strukturierte Einarbeitung nach der Ausbildung sowie die Stärkung pädagogischer Qualifikationen der Pflegelehrenden.

Die Lenkungsgruppe warnt davor, die Generalistik aus politischem Kalkül zurückzudrehen: „Strukturelle Veränderungen brauchen Zeit - und eine sachliche, tiefgreifende Evaluation. Schnellschüsse schaden mehr als sie nützen“, heißt es im Papier.

Der DBfK unterstützt die Position seiner jungen Mitglieder ausdrücklich. „Die Generalistik ist nicht gescheitert, aber es gibt Verbesserungsbedarf. Wer sie jetzt grundsätzlich infrage stellt, gefährdet die Zukunft der Pflegeberufe in Deutschland“, betonte Präsidentin Vera Lux.