Ihr wöchentlicher Branchendienst
Ausgabe 19/2025 - 09.05.2025
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Bonn (epd). Viele Menschen mit Behinderung blicken mit Skepsis und Zukunftssorgen auf die neue Bundesregierung. Wie die Aktion Mensch in Bonn berichtet, ergab eine Umfrage, dass 70 Prozent der Betroffenen mit dem Ergebnis der Bundestagswahl unzufrieden sind. „Nur jeder Fünfte ist der Meinung, dass die künftige bei der Umsetzung von Inklusion erfolgreich sein wird“, teilte die Organisation mit. Mit 74 Prozent sorgen sich nach der Bundestagswahl sogar sieben Prozent mehr um einen Bedeutungsverlust von Inklusion als noch vor der dem Urnengang.
Weiter heißt es in der Mitteilung, die Befragten befürchteten, Inklusion könne nach der Regierungsbildung mehr und mehr nur noch als „Luxus“ gesehen werden, denn als politisches Top-Thema auf der Agenda stehen. Die Umfrage entstand im Vorfeld des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai.
Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, nannte die Befragungsergebnisse alarmierend. „Die Sorgen und Ängste von Menschen mit Behinderung nehmen zu. Das ist ein deutliches Signal an die neue Regierung, Inklusion und Teilhabe konsequent umzusetzen.“ Die Gesellschaft sei aufgerufen, sich gemeinschaftlich für die Rechte von Menschen mit Behinderung starkzumachen.
Die Sprecherin verwies erneut auf drei Kernforderungen an die Politik, die in der Umfrage thematisiert wurden. Der Erhalt und Ausbau der sozialen Sicherungssysteme wie beispielsweise das Bürgergeld und die Krankenversicherung (48 Prozent), die Verfügbarkeit von barrierefreiem Wohnraum (42 Prozent) sowie bessere Arbeitsmarktchancen (39 Prozent).
Die Sozialorganisation appellierte daher an die kommende Bundesregierung, die Ängste der befragten Menschen mit Behinderung ernst zu nehmen und richtungsweisende Entscheidungen für eine inklusive und barrierefreie Gesellschaft schnell anzugehen und umzusetzen.
Für die Umfrage nach der Bundestagswahl hat die Aktion Mensch nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Sozialforschungsinstitut Ipsos in der Zeit vom 28. Februar 2025 bis zum 4. März 2025 bundesweit 407 Menschen mit Beeinträchtigung ab 16 Jahren sowie vom 15. April 2025 bis zum 22. April 2025 457 Menschen mit Beeinträchtigung online befragt.