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SoVD: Ausgleichsabgabe muss erhöht werden



Berlin (epd). Der Sozialverband Deutschland (SoVD) appelliert an die Unternehmen, mehr Menschen mit Behinderung einzustellen. „Es gibt in Deutschland eine unfassbar große Zahl an Menschen mit Behinderungen, die hochqualifiziert sind und nur darauf warten, dass sie eine Chance erhalten“, sagte Verbandschef Adolf Bauer am 12. August in Berlin. Die Personalverantwortlichen in den Firmen müssten ihre Bedenken einfach einmal zur Seite wischen: „Dann kann für beide Seiten eine echte Win-Win-Situation entstehen“, so der Präsident.

Zugleich wies er jedoch darauf hin, dass dort, wo es keinerlei Bereitschaft gibt, Menschen mit Behinderungen einzustellen, die Politik mit Nachdruck nachhelfen müsse. „Etwa 25 Prozent der Unternehmen in Deutschland beschäftigen nicht einen Menschen mit Behinderung. Sie verweigern somit de facto die Inklusion.“ Um ein Umdenken zu erreichen, müsse das Instrument der vierten Stufe der Ausgleichsabgabe kommen. Das sei auch so im Koalitionsvertrag verankert ist.

Bauer rief die Bundesregierung dazu auf, sich klar zur Inklusion bekennen. Das bedeute auch, , dass ein gezieltes Beschäftigungsprogramm für Menschen mit Behinderungen auf den Weg gebracht werden müsse. Schwerpunkt dabei müssten jüngere und ältere schwerbehinderte Menschen sein. „Darüber hinaus erwarten wir auch, dass Frauen mit Behinderungen besonders in den Fokus genommen werden, da sie es auf dem ersten Arbeitsmarkt besonders schwer haben“, sagte Präsident.