Düsseldorf (epd). In Nordrhein-Westfalen stoßen offenbar immer mehr Menschen im Internet auf diskriminierende, verachtende oder feindselige Äußerungen. Im vergangenen Jahr haben 37 Prozent der User im Alter von 16 bis 74 Jahren im Internet Hassreden wahrgenommen, wie die statistische Landesbehörde IT.NRW am 16. Juni in Düsseldorf zum internationalen Tag für die Bekämpfung von Hassrede (18. Juni) mitteilte. Dies seien hochgerechnet rund 4,7 Millionen Menschen gewesen, die im Rahmen des Mikrozensus diese Selbsteinschätzung angaben. Gegenüber der Vorgängererhebung im Jahr 2023 bedeute dies einen Anstieg um sieben Prozentpunkte.
Jüngere stoßen häufiger auf Hasskommentare
Unter den 16- bis 44-jährigen Internetnutzern war demnach im vergangenen Jahr mit 48 Prozent nahezu jede und jeder Zweite auf Hasskommentare gestoßen. Bei den älteren Nutzern ab 45 Jahren seien es dagegen lediglich 27 Prozent gewesen, erklärten die Statistiker.
Politische oder gesellschaftliche Ansichten waren offenbar das häufigste Motiv für Anfeindungen. 83 Prozent der User beobachteten in diesen Bereichen Angriffe. Weitere häufige „Zielscheiben“ waren der statistischen Auswertung zufolge die ethnische Herkunft (62 Prozent), die sexuelle Orientierung (56 Prozent) sowie die Religion oder Weltanschauung (54 Prozent). Auch das Geschlecht (39 Prozent), Behinderungen (24 Prozent) und das Alter (17 Prozent) wurden als Beweggründe für Hass im Netz beobachtet. Bei der Frage zu den Angriffszielen der wahrgenommenen Hassrede waren Mehrfachnennungen möglich.
Freiwillige Angaben im deutschen Mikrozensus
Die Ergebnisse basieren auf der europäischen Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT), die in Deutschland seit 2021 als freiwillige Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert ist. Für diese Erhebung werden Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren zum Internetzugang und zur Internetnutzung befragt. Die Fragen zur Wahrnehmung von Hassrede werden seit 2023 im zweijährlichen Turnus gestellt und beziehen sich auf die drei Monate vor der Befragung. Im Jahr 2025 ist die Antwortkategorie „Alter“ den Angaben nach als wahrgenommenes Ziel von Hassrede erstmalig separat erhoben worden.

