Ausgabe 17/2016 - 29.04.2016
Köln (epd). Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Gesundheitsexperten und Mediziner wollen den Impfschutz gegen Masern verbessern. Es gebe immer noch Impflücken in allen Altersstufen, erklärten Bundesgesundheitsministerium, Robert-Koch-Institut (RKI) und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am 25. April. gemeinsam zur Europäischen Impfwoche. Die Masern-Impfquoten hätten sich in den meisten Bundesländern zwar erneut leicht verbessert, das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO erreiche Deutschland aber noch nicht.
Die für eine Ausrottung der Masern erforderliche Impfquote von 95 Prozent werde in Deutschland bislang nur in einzelnen Ländern erreicht, hieß es. Im Jahr 2014 hatten deutschlandweit nur 92,8 Prozent der Schulanfänger die maßgebliche Masern-Impfung erhalten. 2013 lag die Impfquote bei 92,6 Prozent. Zudem würden viele Kinder zu spät gegen die hochansteckende Virenerkrankung geimpft. Im Alter von 24 Monaten haben erst 71 Prozent der Kinder die zweite Masern-Impfung erhalten, wie RKI-Präsident Lothar H. Wieler erklärte.
Die Masernviren könnten zum Teil lange Infektionsketten auslösen, weil viele Jugendliche und junge Erwachsene gar nicht oder unzureichend geimpft seien, hieß es. Die Ständige Impfkommission am RKI empfehle die Masern-Impfung allen nach 1970 geborenen Erwachsenen, die in der Kindheit gar nicht oder nur einmal geimpft wurden oder bei denen der Impfstatus unklar ist.
In den meisten Ländern ist die Erkrankung meldepflichtig. Auch in Deutschland sind Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod sowie der direkte oder indirekte Nachweis des Masernvirus meldepflichtig.