Ausgabe 17/2016 - 29.04.2016
Köln (epd). Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zieht eine positive Bilanz zur Verteilung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen. Die Jugendämter und Träger in NRW hätten sich seit der im November bundesweit eingeführten Regelung einer gleichmäßigen Verteilung auf alle Kommunen mit großen Einsatz ihrer neuen Aufgabe gestellt, erklärte LVR-Jugenddezernent Lorenz Bahr am 27. April in Köln. Es seien viele Plätze geschaffen worden, die von den Jugendämtern oft auch aktiv angeboten würden.
Nordrhein-Westfalen erreiche die nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel festgelegte Aufnahme zu 92 Prozent, hieß es. Die Sollquote liegt bei 14.309 aufzunehmenden minderjährigen Flüchtlingen, aufgenommen wurden 13.143. Damit liege NRW im Bundesländervergleich direkt nach Bayern - hier wurde das Soll von 10.470 mit 14.209 Flüchtlingen übertroffen. Aktuell leben in ganz Deutschland nach LVR-Angaben 67.500 junge Flüchtlinge, die ohne ihre Familien in Deutschland ankamen.
Seit dem 1. November 2015 werden minderjährige Flüchtlinge, die unbegleitet nach Deutschland einreisen, gleichmäßig auf Bundesländer und Kommunen verteilt. In Nordrhein-Westfalen organisiert dies die Landesstelle für die Verteilung unbegleiteter ausländischer Minderjähriger in NRW, die beim LVR angesiedelt ist.