Braunschweig (epd). Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt hat die neue Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Christina-Maria Bammel, die Bedeutung der Musik für das demokratische Gemeinwesen hervorgehoben. Die Musik helfe aufzustehen, wo es dran ist, sagte die leitende Theologin am 1. Mai im Braunschweiger Dom.

Sie sprach anlässlich eines Eröffnungskonzertes zu den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Domsingschule. „Wer mal tödliche und eingrenzende Mauern in Köpfen und in Stadt und Land erlebt hat, weiß, welche Lob-Strophen sich auf ein freiheitliches demokratisches Zusammenleben anstimmen lassen und wie sehr es sich lohnt, dafür die Stimme zu erheben“, erklärte Bammel laut vorab veröffentlichtem Grußwort.

„Eintracht durch Zusammenklang“

„Wer singt, lebt aufgeweckter, beziehungsreicher“, führte die Landesbischöfin aus. Im musikalischen Zusammenklang höre sie auch das Fundament für eine mehrstimmige Demokratie. Eintracht entstehe nicht durch Gleichheit, sondern durch Zusammenklang, der immer wieder eingeübt werden müsse: „Damit niemand hinter seiner eigenen dicken Mauer nur auf der Lauer bleibt.“

Mit mehr als 500 Sängerinnen und Sängern gilt die Braunschweiger Domsingschule als eine der größten Einrichtungen für evangelische Kirchenmusik in Deutschland. Zu ihrem Jubiläum ist bis zum 10. Mai ein umfangreiches Programm geplant. Bammel war im November 2025 von der braunschweigischen Landessynode zur Nachfolgerin von Christoph Meyns gewählt worden. Ihre offizielle Einführung als Landesbischöfin ist am 27. Juni geplant.