München (epd). Der Evangelische Presseverband für Bayern (EPV) hat die von der Landeskirche angekündigte Kürzung der Mittel für die evangelische Publizistik scharf kritisiert. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern stelle den EPV, das zentrale evangelische Medienhaus in Bayern, „vor eine ungewisse Zukunft“ und setze die Arbeitsplätze der rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „aufs Spiel“, sagte EPV-Direktor Roland Gertz am 23. Februar in München.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hatte angekündigt, die derzeitigen Zuwendungen an den EPV zum Jahresende zu streichen und die Kommunikation über ihre eigene Arbeit auszubauen. Nach Angaben von Gertz erhält der EPV im laufenden Jahr einen allgemeinen Zuschuss von rund 2,6 Millionen Euro, hinzu kämen Mittel für Einzelprojekte. Die Summe entspreche etwa 0,28 Prozent des landeskirchlichen Haushalts.
Verband fordert neue Vereinbarung
Gertz forderte unter anderem das Aussetzen der Kündigung der Grundvereinbarung, bis eine gemeinsam ausgearbeitete Grundvereinbarung unterschrieben sei, „die angemessen auf die Zukunftsherausforderungen reagiert“. Der institutionelle Zuschuss an den EPV müsse über 2026 hinaus fortgeführt werden.
Im EPV sind unter anderem die Wochenzeitung „Sonntagsblatt“, das Portal „sonntagsblatt.de“, der Buchverlag claudius und die Evangelische Funk-Agentur (efa) sowie das Evangelische Fernsehen (efs) angesiedelt. Auch der Landesdienst Bayern des Evangelischen Pressedienstes (epd) gehörte bislang zum EPV. Er bleibe als unabhängige Nachrichtenagentur „wichtiger Bestandteil“ kirchlicher Medienpräsenz, teilte die Landeskirche mit, ohne Angaben zur künftigen Trägerstruktur zu machen. Auch die Rundfunkarbeit in öffentlich-rechtlichen und privaten Medien soll fortgesetzt werden.
