Berlin (epd). Superreiche haben laut Oxfam im vergangenen Jahr ihr Vermögen besonders stark gesteigert: um 2,5 Billionen US-Dollar. Mit ihren immensen Ressourcen sicherten sich die Milliardäre und Milliardärinnen dabei Macht in Politik und Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil, während fast die Hälfte der Menschheit in Armut lebe, erklärte die Entwicklungs- und Hilfsorganisation am 19. Januar bei der Vorstellung ihres diesjährigen Ungleichheitsberichts.

„Superreiche stützen ihre politische Macht durch finanzielle Einflussnahme auf Politik, Eigentum und Kontrolle von Medien und direkten Zugang zu politischen Ämtern“, betonte Oxfam. „Das gefährdet die Demokratie.“ Am Beispiel der USA sei zu sehen, wie sich die Wirtschaftsmacht der Superreichen immer deutlicher in politischer Macht niederschlage und die Demokratie aushöhle, erklärte Charlotte Becker, Vorständin von Oxfam Deutschland. Dabei konzentriere sich der Reichtum an der Spitze zuletzt „in noch nie dagewesenem Tempo“.

172 Milliardärinnen und Milliardäre in Deutschland

Mit einem Zuwachs von 2,5 Billionen US-Dollar erreichte das Vermögen von Milliardärinnen und Milliardären laut dem Bericht „Resisting the Rule of the Rich“ im Jahr 2025 einen Rekordwert von 18,3 Billionen US-Dollar. Damit habe es dreimal so schnell zugenommen wie im Durchschnitt der fünf Jahre zuvor. Allein der Anstieg nur im Jahr 2025 entspreche fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung.

In Deutschland stieg die Zahl der Milliardäre und Milliardärinnen dem Oxfam-Bericht zufolge um ein Drittel auf 172. Im Durchschnitt verdienten diese Superreichen in weniger als eineinhalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland, hieß es weiter. Immer mehr Milliardärinnen und Milliardäre auf der einen und sich verfestigende Armut auf der anderen Seite seien auch hier ein Nährboden für antidemokratische Kräfte, warnte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit. Die Bundesregierung müsse entschieden entgegensteuern.