Washington (epd). Das US-Außenministerium hat China, dem Iran, Myanmar, Saudi-Arabien und mehreren weiteren Nationen schwere Verletzungen der Religionsfreiheit vorgeworfen. Bei der Vorstellung des jüngsten Jahresberichtes zur internationalen Religionsfreiheit aus seinem Haus betonte Außenminister Antony Blinken am 12. Mai in Washington, Religionsfreiheit sei von grundlegender Bedeutung für offene und stabile Gesellschaften. Zahlreiche Menschen lebten ohne dieses Recht.

Saudi-Arabien sei die einzige Nation der Welt ohne eine christliche Kirche, obwohl mehr als eine Million Christen in dem Land lebten, sagte Blinken. Laut Religionsfreiheitsbericht kann „Gotteslästerung“ in Saudi-Arabien mit langen Haftstrafen geahndet werden. Im Iran seien Christen, die vom Islam konvertiert seien, Drangsalierungen ausgesetzt. Nicht-Muslime und besonders Angehörige des Bahai-Glaubens würden diskriminiert und schikaniert.

Fortschritte im Sudan

China begehe Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord gegen muslimische Uiguren und andere religiöse und ethnische Minderheiten, sagte Blinken. Die Regierung von Myanmar sei verantwortlich für Gräueltaten gegen die mehrheitlich muslimische Minderheit der Rohingya. Sicherheitskräfte in Russland drangsalierten Zeugen Jehovas und Angehörige muslimischer Minderheiten.

Positiv vermerkte Blinken rückblickend auf 2020 die Abschaffung diskriminierender Gesetze im Sudan. Usbekistan habe Hunderte wegen ihres Glaubens inhaftierte Menschen freigelassen.

Man erlebe weltweit und auch in den USA eine Zunahme des Antisemitismus, warnte Blinken. Die Vergangenheit zeige, dass Antisemitismus häufig mit Gewalt einhergehe. Antimuslimischer Hass sei zudem ein „ernsthaftes Problem“ in Europa und in den USA. Die US-Regierung veröffentlicht den Jahresbericht zur internationalen Religionsfreiheit jedes Jahr auf Grund eines Gesetzes von 1998.