Magdeburg (epd). Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg bekommt eine neue Synagoge. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) überreichte für den Neubau am 11. Mai in Magdeburg einen Fördermittelbescheid und sprach laut Vorab-Mitteilung der Staatskanzlei von einem „Symbol des Neuanfangs“. Das Land bezuschusst den Bau demnach mit 2,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten beliefen sich voraussichtlich auf rund 3,4 Millionen Euro, hieß es.
Haseloff erklärte, die jüdische Gemeinschaft erhalte ein modernes Gotteshaus, das sie für ihre weitere Entwicklung dringend benötige. „Aber auch das Land, die Stadt und die gesamte Bürgergesellschaft brauchen die neue Synagoge“, betonte er und mahnte: „Wir müssen an die Vergangenheit erinnern und zugleich die Zukunft so gestalten, dass Frieden, Menschlichkeit und Freiheit sie bestimmen.“
Vorgängerbau am 9. November 1938 zerstört
Die neue Synagoge soll ganz in der Nähe ihres Vorgängerbaus errichtet werden. Die alte Synagoge Magdeburgs war den Angaben nach im Jahr 1851 fertiggestellt und knapp 50 Jahre später auf 1.300 Plätze erweitert worden. Sie wurde in der sogenannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstört, in der die Nationalsozialisten zu offener Gewalt gegen Jüdinnen und Juden übergegangen waren.
Nach Angaben des Fördervereins „Neue Synagoge Magdeburg“ hatte die Jüdische Gemeinde der Stadt zur Zeit der Machtübernahme der Nazis 1933 etwa 2.000 Mitglieder. Am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 waren demnach nur noch etwa 50 übriggeblieben. Insbesondere durch die jüdische Zuwanderung nach 1990 wuchs die Gemeinde wieder an und hat laut Verein derzeit etwa 500 Mitglieder.
