sozial-Editorial

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Dirk Baas
epd-bild/Heike Lyding

ein klares Konzept, wie künftig jenseits der gescheiterten Kindergrundsicherung der Kampf gegen Kinderarmut geführt werden soll, findet sich im Koalitionsvertrag nicht. Die wenigen geplanten Änderungen seien zwar gut, aber reichten nicht aus, um soziale Ausgrenzung zu verhindern, urteilen die Verbände. Sie werben nicht nur für höhere Leistungen, sondern für einen Systemwechsel - doch der komme nicht. Im Interview mit epd sozial analysiert Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa den Koalitionsvertrag. Die Pläne der Koalition für das Soziale klängen gut. Doch es komme auf die Umsetzung an. Tatsächlich warte viel Arbeit auf die neue Regierung, nicht zuletzt in den Bereichen Kinderarmut und Pflege, so Welskop-Deffaa.

Georg Lunemann, der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, beschreibt in seinem Gastbeitrag für epd sozial, wie der Verband seit rund zwei Jahrzehnten versucht, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen - auch im Bereich des Wohnens. Er erklärt das Programm „Selbstständiges Wohnen“ (SeWo), das den Betroffenen deutlich mehr Freiräume schafft.

Brauchen hilfebedürftige Menschen einen Betreuer, dann haben geeignete Angehörige bei der Bestellung Vorrang vor einem Berufsbetreuer. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. „Ein Angehöriger, der zur Übernahme der Betreuung bereit ist, darf nur dann zugunsten eines Berufsbetreuers übergangen werden, wenn er hierfür nicht geeignet ist“, so das Gericht - und stellte klar, wann das der Fall ist.

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Ihr Dirk Baas