Ihr wöchentlicher Branchendienst
Ausgabe 18/2025 - 02.05.2025
Ihr wöchentlicher Branchendienst
Ausgabe 18/2025 - 02.05.2025
Witten/Herdecke (epd). Das internationale Trainingsprogramm „IDEM-Support“ soll in den deutschen Pflegealltag Einzug halten, um pflegende Angehörige, Freunde und Nachbarn gezielt bei ihren Betreuungsaufgaben zu unterstützen. Die Implementierung sei ein Projekt unter Beteiligung des Lehrstuhls für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen und der Juniorprofessur für Digital Health der Universität Witten/Herdecke (UW/H), heißt es in einer Mitteilung.
Grundlage von iDEM-Support ist das Programm iSupport der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dabei handelt es sich um ein digitales Trainingsangebot, das weltweit eingesetzt wird, so etwa bereits in Portugal, Indien, Australien, den Niederlanden, Griechenland und Spanien. Doch, so die Uni, was international funktioniere, passe nicht automatisch zu den komplexen Gegebenheiten der Pflege in Deutschland.
„Wer einen Menschen mit Demenz zu Hause pflegt, steht oft unter Dauerbelastung - körperlich, emotional, organisatorisch. Viele Informationen sind überfordernd und häufig schwer verständlich, digitale Angebote wirken unübersichtlich“, schreibt die Hochschule über die Hintergründe der Initiative. Hier wolle das Projekt ansetzen und „betreuenden und pflegenden Zugehörigen - also neben der Familie zum Beispiel auch Nachbarn und Freundinnen - genau die Unterstützung bieten, die sie wirklich brauchen.“
Das Trainings- und Supportmanual iSupport wurde von der WHO in englischer Sprache entwickelt. Im Rahmen von iDEM-Support soll das Manual übersetzt und an den deutschen Versorgungskontext angepasst werden. Das Forschungsteam wolle die Plattform gezielt an die Bedingungen hierzulande anpassen, sprachlich und kulturell. Das bedeute, dass Informationen zu Demenz und zur Rolle als betreuender Angehöriger berücksichtigt würden. Ziel sei es, Zugehörigen alltagstaugliches Wissen und interaktive Austauschmöglichkeiten an die Hand zu geben. iSupport umfasst den Angaben nach begleitende Aufgaben zu den Oberthemen „Einführung in die Demenz“, „Pflegeperson sein“, „Mich pflegen“, „Alltägliche Pflege“ sowie dem „Umgang mit Verhaltensänderungen“.
Projektmitarbeiterin Professorin Theresa Sophie Busse sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Wir erweitern iSupport um ein Modul zu digitaler Gesundheitskompetenz, dass die pflegenden Angehörigen befähigen soll, im Internet gesundheitsbezogene Informationen zu suchen, zu finden, zu verstehen und anzuwenden.“ Darüber hinaus sollen interaktive Möglichkeiten zum Austausch der pflegenden Angehörigen untereinander ermöglicht werden. iSupport werde in Deutschland als digitale Plattform entwickelt, die sowohl Bildungsinhalte bereitstellt, als auch Austausch ermögliche. Busse: „Wir sehen hier ein echtes Potenzial, die Pflegekultur in Deutschland langfristig zu verändern.“
Das Projekt wird für drei Jahre durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GA) gefördert. Es arbeitet zusätzlich eng mit Praxispartner zusammen wie der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Wir pflegen - Interessenvertretung u. Selbsthilfe pflegender Angehöriger in Nordrhein-Westfalen e. V. und Letzte Hilfe Kurse GmbH, die auch bei der Verstetigung des Angebots unterstützen.