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Bündnis: Mehr Transparenz bei Behandlungsfehlern schaffen



Berlin (epd). Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) fordert von der Politik und den Institutionen des Gesundheitswesens, für eine bessere Sicherheitskultur im Gesundheitssystem einzutreten. In einer Mitteilung vom 25. April wird auf eine jüngst publizierte Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) verwiesen, wonach die Zahl der Verdachtsfälle auf medizinische Behandlungsfehler in Deutschland auf einem hohen Niveau bleibt. „Dabei können eine transparente Fehlerkultur und die strukturierte Ursachenforschung nicht nur die Sicherheit von Patientinnen und Patienten erhöhen, sondern auch Kosten im Gesundheitswesen sparen und die Gesundheitsberufe psychisch entlasten“, so das APS.

„Die Risiko- und Sicherheitskultur hat bisher nicht den nötigen Stellenwert. Die gemeldeten Fälle sind die Spitze des Eisberges“, sagte Ruth Hecker, Vorstandsvorsitzende beim APS. „Behandlungsfehler sind selten nur individuelle Fehler einzelner Personen. Viel mehr sind sie Ausdruck von Prozess- und Systemfehlern“, so Hecker.

Forderung eines nationalen Meldesystems

Deshalb seien alle Akteure des Gesundheitssystems gemeinsam mit den Haftpflichtversicherungen gefordert, offen über Fehler zu sprechen und eine ausgeprägte Sicherheitskultur zu schaffen. Länder wie Dänemark und Schweden zeigten bereits, dass das gelingen könne.

Gebraucht werde ein nationales Meldesystem. „Die Zeichen für dessen (Weiter-)Entwicklung stehen aktuell günstig, da der Gemeinsame Bundesausschuss vom Gesetzgeber aufgefordert wurde, die Fördermöglichkeiten dafür im Rahmen des Innovationsfonds zu schaffen“, heißt es in der Mitteilung. „Nur wenn klar ist, warum und in welchen Situationen Fehler passieren, können die Beteiligten geeignete, präventive Maßnahmen entwickeln, etablieren und auf ihren Erfolg hin überprüfen“, appellierte die Vorstandsvorsitzende.

Das APS wurde im April 2005 als gemeinnütziger Verein gegründet. Es setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden.