Ihr wöchentlicher Branchendienst
Ausgabe 14/2025 - 04.04.2025
Ihr wöchentlicher Branchendienst
Ausgabe 14/2025 - 04.04.2025
Bonn (epd). Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) meldet eine deutliche gestiegene Zahl an Auszubildenden, die mit Hilfe eines „Erasmus+-Stipendiums“ während ihrer Lehre ein Praktikum im europäischen Ausland machen. 2024 erhielten rund 37.000 Auszubildende diese Chance, heißt es in einer Mitteilung vom 1. April. Im Vergleich zu 2023 entspricht das einem Anstieg um 45 Prozent, und es stellt die höchste seit 1995 erreichte Zahl an Teilnehmenden dar. Das belegten Daten der Nationalen Agentur beim BIBB..
Insgesamt standen 2024 in Deutschland rund 99 Millionen Euro für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung zur Verfügung. Wie wichtig Auslandspraktika als Baustein für eine hochwertige Berufsausbildung sowohl für Betriebe als auch für Berufsschulen geworden sind, unterstrich Präsident Friedrich Hubert Esser: „Jungen Menschen den Blick über den Tellerrand hinaus für neue Horizonte zu eröffnen, stärkt ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen und sensibilisiert für gesellschaftliche Diversität und Vielfalt.“ Dabei spiele es keine Rolle, welche Voraussetzungen die Auszubildenden mitbringen. „Erasmus+ eröffnet allen Interessierten neue Chancen und stärkt die Botschaft: ‚Wir sind Europa'.“
Insgesamt haben den Angaben nach bereits 885 Ausbildungseinrichtungen dieses Potenzial erkannt und nutzen durch eine Art Mitgliedschaft bei Erasmus+ die Chance, langfristig integrierte Auslandsaufenthalte während der Ausbildung anzubieten. Diese sogenannte Akkreditierung erleichtert den Zugang zu Fördermitteln und unterstützt die Einrichtungen, berufliche Auslandsaufenthalte strategisch in ihrem Angebot zu verankern. Neben der Akkreditierung ist eine Förderung von Projekten mit kürzeren Laufzeiten weiterhin möglich. 2024 konnten rund 110 derartige Projekte realisiert werden, so das BIBB.
Nicht nur Berufsschülerinnen und -schüler, sondern auch die Lehrkräfte und das Ausbildungspersonal qualifizieren sich zunehmend über Erasmus+ im Ausland. Das tun sie, indem sie beispielsweise fachspezifische Fortbildungskurse besuchen, eine Lehrtätigkeit ausüben oder in beruflichen Schulen hospitieren. Mehr als 9.000 von ihnen erhielten 2024 eine Förderzusage, 21 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Um Projektideen finanzieren zu können, stellt Erasmus als größtes EU-Förderprogramm für den Zeitraum 2021 bis 2027 insgesamt 28,4 Milliarden Euro zur Verfügung, davon mindestens 4,3 Milliarden Euro für die berufliche Bildung. Umgesetzt wird das Programm in Deutschland von der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Die nächste Antragsfrist beginnt am 1. Oktober 2025.