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Praxisleitfaden für Gewaltschutz in Großunterkünften



Berlin (epd). Eine neue Publikation für ehrenamtliche Mitarbeitende in Flüchtlingsunterkünften bündelt Informationen zu verschiedenen Themen. Darunter ist auch der Gewaltschutz. Die Empfehlungen entstanden laut Angaben der Caritas aus dem Projekt „Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften (DeBUG)“.

Die Handreichung entstand in enger Zusammenarbeit der Multiplikatorinnen für Gewaltschutz an den DeBUG-Kontaktstellen in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen sowie der Zentralen Koordinierungsstelle des Projektes DeBUG in Berlin.

Hilfe für wichtige Gruppe der Unterstützer

Ehrenamtliche Mitarbeitende spielten eine zentrale Rolle in der Unterstützung geflüchteter Menschen in großen Unterkünften. Sie begleiten Schutzsuchende im Alltag, leisten praktische Hilfe und tragen wesentlich zur sozialen Inklusion bei. „Um sie in dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen, bündelt der Leitfaden praxisnahe Informationen zu zentralen Themen wie Gewaltschutz, Kinderschutz, Umgang mit traumatisierten Personen, interkulturelle Sensibilisierung sowie Zusammenarbeit und Kooperation mit hauptamtlichen Mitarbeitenden“, so die Caritas.

Neben fachlichen Grundlagen bietet die Publikation konkrete Handlungsempfehlungen und weiterführende Hinweise, die sich an den Mindeststandards zum Schutz geflüchteter Menschen in Unterkünften orientierten. Sie richte sich an alle, die sich ehrenamtlich in Unterkünften engagieren - unabhängig davon, ob sie erst seit Kurzem aktiv seien oder bereits über langjährige Erfahrung verfügten.

Konzept basiert auf dem Einsatz von Multiplikatoren

Das Projekt DeBUG ist ein trägeroffenes Angebot und verfolgt das Ziel, Unterkünfte für geflüchtete Menschen sowie Betreiber- und Trägerorganisationen bei der Verbesserung des Gewaltschutzes zu unterstützen. Hierfür werden „MultiplikatorInnen für Gewaltschutz“ auf Landesebene eingesetzt.

Sie unterstützen Unterkünfte für geflüchtete Menschen in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet beim Aufbau und der Umsetzung von Strukturen für Gewaltschutz. DeBUG versteht sich als Anschlussmaßnahme zum Bundesprogramm Schutz von Menschen in Flüchtlingsunterkünften, das in den Jahren von 2016 bis 2018 vom Bundesfamilienministerium in Kooperation mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) gefördert und gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden umgesetzt wurde.

DeBUG ist ein Projekt der Wohlfahrtsverbände AWO Bundesverband, Paritätischer Gesamtverband, Deutscher Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz und Diakonie Deutschland und wird im Rahmen der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ vom Familienministerium gefördert.