

Radebeul (epd). Die Schuldnerberatung wird laut Diakonie zunehmend auch von Menschen mit einer bezahlten Beschäftigung wahrgenommen. Wie Arbeitslose seien sie trotz ihres Lohns nicht mehr in der Lage, ihre monatlichen Fixkosten zu begleichen, erklärte Diakonie-Referentin Rotraud Kießling am 29. April in Radebeul bei Dresden. Dies sei ein erschreckendes Ergebnis, sollen doch gerade Arbeit und Beschäftigung „ein auskömmliches und armutsfestes Einkommen“ sichern.
Gründe für die dramatische Entwicklung seien steigende Mietpreise, Inflation und die Corona-Pandemie, die zu weniger Einnahmen führte. Dies alles treibe die soziale Schieflage weiter voran, erklärte Kießling. Gleichzeitig stiegen die Preise für lebenswichtige Güter wie Energie oder Lebensmittel immer weiter, sodass sich die finanzielle Situation vieler Menschen zusehends verschärfe.
Vor allem Familien seien betroffen. Obwohl die Schuldnerberatung immer wichtiger werde, haben sich gegenläufig zu diesem Trend die Zahl der erfassten Fälle von 3.515 im Jahr 2020 auf 3.171 im vergangenen Jahr verringert. Ein Grund sei, dass Beratungsangebote wegen unzureichender kommunaler Finanzierung zurückgefahren werden mussten. Zudem würden die Einzelfälle immer komplexer und brauchten mehr Zeit.