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Diakonische Unternehmen investieren Milliarden in Klimaneutralität



Berlin (epd). Die diakonischen Sozialunternehmen in Deutschland wollen nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2035 klimaneutral wirtschaften und dafür Milliarden in Gebäude und Prozesse investieren. Um in der gesamten Sozialwirtschaft (ohne den Krankenhausbereich) die Ziele der EU-Taxonomie bis dahin zu erreichen, seien Investitionen von mindestens 65 Milliarden Euro notwendig, heißt es in einer am 29. April in Berlin vorgestellten Studie.

„Wir brauchen jetzt eine Klima-Investitionsoffensive für die Sozialwirtschaft“, betonte der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie. Zusätzlich zu einer Neuregelung in den Sozialgesetzbüchern sollten kurzfristig Förderprogramme aufgelegt oder ausgebaut werden.

Klimaneutrale Gebäudesanierung

„Wir wollen unseren Teil zum Klimaschutz leisten, können aber als gemeinnützige Einrichtungen die erforderlichen Kosten für die klimaneutrale Gebäudesanierung nicht komplett selbst erwirtschaften“, erklärte Lilie. Deshalb müssten auch die Eigenanteile für die Förderprogramme niedrig ausfallen.

Der Verband der diakonischen Dienstgeber in Deutschland (VdDD) und die Diakonie Deutschland fordern, das Kriterium der Nachhaltigkeit in den Refinanzierungsregeln der Sozialgesetzbücher zu verankern. „Diakonische Unternehmen wollen in Nachhaltigkeit investieren, doch sie müssen es auch dürfen“, erklärte der stellvertretende VdDD-Geschäftsführer Rolf Baumann. Vorbild für eine Neuregelung könnten seinen Worten zufolge Nachhaltigkeitskriterien für öffentliche Aufträge des Bundes sein.

„Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit müssen sich nicht widersprechen, gerade Investitionen in die Energieeffizienz sparen mittel- und langfristig große Kosten ein“, unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank), Ekkehard Thiesler.