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Corona

Umfrage: Pandemie belastet Sozialbranche weiter



Berlin/Köln (epd). Mit den Rettungsschirmen und Schutzpaketen des Bundes und der Länder sowie den Leistungen aus dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) konnten die Träger der sozialen Infrastruktur in der Corona-Krise einer Umfrage zufolge sicher weiterarbeiten. Finanzierungslücken seien geschlossen, Liquiditätsengpässe behoben worden, lautet das Fazit der am 3. November in Berlin veröffentlichten Studie.

Die bundesweite Umfrage fand von 20. September bis 18. Oktober mit rund 1.400 Teilnehmern und Teilnehmerinnen statt. An der Studie beteiligt waren die Bank für Sozialwirtschaft (BFS), die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge, der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) und die Universität zu Köln.

Hohe Belastung, viel Flexibilität

„Die Studie bestätigt in ihrer vierten Auflage noch einmal die außerordentlichen Belastungen, aber auch die Flexibilität der Leistungserbringer“, sagte Harald Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Bank für Sozialwirtschaft zu den Ergebnissen. Der Digitalisierungsschub für die Sozialwirtschaft sei unübersehbar und bringe erhebliche Transformationserfordernisse mit sich. Der Studie zufolge werde in folgenden Bereichen weiterhin Förderung benötigt:

  • Weiterhin müssten alle Einrichtungen mit Auslastungsrückgängen umgehen. Hiervon stark betroffen seien Tagespflegen (76 Prozent) und stationäre Pflegeeinrichtungen (53 Prozent).
  • Bei Auslaufen der relevanten Schutzmaßnahmen und Hilfspakete rechnet ein erheblicher Anteil der Befragten mit einem Liquiditätsrückgang von zumeist zwischen fünf bis 20 Prozent. Zudem werden von einer Mehrheit Refinanzierungslücken zwischen fünf und 30 Prozent erwartet.

Die Daten zeigten, wie wichtig angesichts der weiterhin andauernden Pandemie mit steigenden Inzidenzzahlen die Fortführung der Rettungsschirme für die Branchen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft sei, betonte Schmitz.