sozial-Politik

Gesundheit

Hintergrund

Risiko Hitze: Fünf Tipps für extrem heiße Tage




Trinken ist bei Hitze besonders wichtig.
epd-bild/Anke Bingel
Hitze ist das größte durch die Klimakrise bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland und fordert mehr Tote als Verkehrsunfälle. Rund 3.000 Hitzetote schätzt das Robert Koch-Institut für das Jahr 2024. Die gute Nachricht: Man kann sich schützen.

Berlin (epd). Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, warnte bereits zum Hitzeaktionstag Anfang Juni: Hitze betreffe „alle Menschen, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen.“ Und sie ist vor allem in Städten ein Problem. Diese heizen sich stärker auf und kühlen nachts weniger ab, erklärt das Bundesbauministerium. Nachfolgend einige Tipps zum Umgang mit Hitze in Städten:

Deutscher Wetterdienst

Zunächst ist es wichtig zu wissen, wann es heiß wird. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht Hitzewarnungen für den aktuellen und den folgenden Tag jeweils morgens. Zudem bietet er auf seiner Internetseite mehrere Services an, etwa einen Hitzetrend über mehrere Tage hinweg. Der DWD bietet außerdem einen kostenlosen Warn-Newsletter für jeden Landkreis an.

Wohnung hitzefest machen

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals BZgA) empfiehlt, an heißen Tagen die Fenster tagsüber geschlossen zu halten und mit Rollos und Jalousien zu verdecken. Ist die Temperatur im Freien höher als in der Wohnung, ist Lüften zwecklos. Ventilatoren können bei einer Temperatur bis etwa 35 Grad helfen. Bei höheren Temperaturen sollten sie nicht eingesetzt werden, da sie dann Überhitzung fördern können. Generell sollte die Raumtemperatur tagsüber unter 32 Grad und nachts unter 24 Grad liegen. Schlafen sollte man im kühlsten Raum der Wohnung.

Richtige Kleidung

Das BIÖG rät zudem, leichte, luftige und atmungsaktive Kleidung zu tragen. Geeignete Stoffe sind Viskose, dünne Baumwolle, Leinen und Seide. Auch die Farbe sollte bei der Wahl des Outfits im Sommer bedacht werden. Helle Töne sind besser, da sie das Sonnenlicht reflektieren. Der Kopf sollte bei Hitze bedeckt werden, am besten mit Hüten oder Kappen mit Nackenschutz.

Essen und trinken

An heißen Tagen sollte man ausreichend trinken, etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit. Das BIÖG empfiehlt Wasser, gekühlte Tees ohne Zuckerzusatz und Saftschorlen. Zuckerhaltige Getränke entziehen dem Körper Flüssigkeit, auch auf sehr kalte Getränke sollte man verzichten. Drei großen Mahlzeiten sollten mehrere kleine vorgezogen werden. Am besten sind leichte, frische und kühle Nahrungsmittel, wie Obst, Gemüse, Salat oder fettarme Suppen.

Schutzräume

Grün und Wasser in der Stadt schaffen kühle Orte. Städte nutzen teilweise interaktive Karten, um solche Orte auszuweisen. Kühle Orte können verschattete Parks, Gewässer, Einkaufszentren oder Museen sein. Auch Kirchen können ein Zufluchtsort sein. Vielerorts öffnen sie in den Sommermonaten ihre Räume, um Schutz vor extremer Hitze zu bieten. Oftmals ist das der Fall, wenn der DWD eine Warnung vor einer „starken Wärmebelastung“ herausgegeben hat.

Jonas Grimm


Mehr zum Thema

Mehr als zwölf Millionen Stadtbewohner von extremer Hitze betroffen

"Rote Karte" für 31 Städte: Die Hitzebelastung ist dort extrem, wie aus dem zweiten Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe hervorgeht. Besonders im Süden Deutschlands sind viele Menschen betroffen, kühler lebt es sich vor allem in drei Bundesländern.

» Hier weiterlesen