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Regierungsbildung

Caritas-Präsidentin blickt positiv auf neue Familienministerin Prien




Eva Maria Welskop-Deffaa
epd-bild/Heike Lyding
Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, hält die designierte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) für eine gute Wahl. Das sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin.

Berlin (epd). Das Urteil der Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa über die künftige Familienministerin fällt positv aus. Es handele sich um eine erfahrene Landesministerin, „die durch ihre bisherige Position genau weiß, wie wichtig es ist, die institutionellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Teilhabe auch möglich wird“, sagte Welskop-Deffaa dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Ich bin sicher, sie wird den Kitas Aufmerksamkeit schenken, sie wird den Strukturen der Ganztagsbetreuung Aufmerksamkeit schenken.“

Prien ist seit 2017 Bildungsministerin in Schleswig-Holstein. Dem Landtag gehört die Juristin seit 2022 an. Prien ist seit 2021 stellvertretende Vorsitzende der CDU. Kommende Woche soll sie das neu zugeschnittene Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend übernehmen. Der Bereich Bildung gehört bisher nicht zu diesem Ressort, sondern zum Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Familie rückt stärker in den Blick

Welskop-Deffaa hält den Neuzuschnitt für sinnvoll. „Man kann keine Bildungspolitik machen, ohne die Lebenswirklichkeit der Familien ernst zu nehmen“, sagte sie. Bei der Zuordnung der Bildungspolitik zum Forschungsministerium sei es „eher um Bildungskarrieren“ gegangen. „Jetzt schaut man hoffentlich stärker darauf, wie sich familiäre und soziale Lebenswirklichkeiten mit den institutionellen Angeboten verzahnen“, sagte die Caritas-Präsidentin. „Wenn die Schule am Ende Dinge voraussetzt in der Familie, die die Familie nicht leisten kann, nützt ja das schönste schulische Angebot nichts“, argumentierte sie. „Und wenn Kindertageseinrichtungen nicht wirklich verlässlich sind, dann nützt eine Ganztagsbetreuung auf dem Papier auch gar nichts.“

Prien war am 28. April von CDU-Chef Merz als künftige Bundesministerin benannt worden. Auch die übrigen CDU-Personalien sowie die künftigen bundespolitischen Spitzenkräfte der CSU sind bereits bekannt. Die SPD will ihre Ministerinnen und Minister am Montag benennen.

„Ausreichend auf Regierungserfahrung geachtet“

Zum bisher bekannten Personaltableau sagte Welskop-Deffaa, es sei „ausreichend auf Regierungserfahrung“ geachtet worden. „Das finde ich sehr gut. In solch einer schwierigen Zeit schnell ins Handeln zu kommen, setzt voraus, dass man die Spielregeln nicht erst von der Pike auf neu lernen muss, sondern dass man auch weiß, wie so ein Ministerium geführt werden will.“

Positiv bewertete die Caritas-Präsidentin zudem die Entscheidung der Koalition, eine Staatsministerin für Sport und Ehrenamt zu berufen. Den Posten soll die CDU-Bundestagsabgeordnete Christiane Schenderlein übernehmen. Sie hoffe, dass Schenderlein „dem Ehrenamt gebührende Aufmerksamkeit schenken wird“, sagte Welskop-Deffaa. „Der Sport lebt auch vom Ehrenamt, das wissen wir. Aber das soziale Ehrenamt ist für die aktuellen Herausforderungen auch besonders wichtig. Deshalb wäre es gut, wenn das vom Kanzleramt aus gezielt in den Blick genommen würde“, urteilte die Caritas-Präsidentin.

Christina Neuhaus